Abteilung für Theaterpädagogik

Deutsches Theater in Göttingen: Analoge Begegnungen im Container

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Container auf dem Parkplatz des DT: Das Gebäude wird von der Theterpädagogik genutzt. Von links: Sandra Hinz (DT-Geschäftsführerin), Erich Sidler (Intendant), Gabriele Michel-Frei und Markus Weide (Technischer Leiter). 

Die Abteilung für Theaterpädagogik bekommt mit dem Haus am Wall als Ort für Begegnungen am Deutschen Theater in Göttingen mehr Platz.

Wie ein Flaggschiff soll das neue Haus am Wall für das Deutsche Theater in Göttingen wirken. Mehr Platz bekommt mit dem Ort für Begegnung die Abteilung für Theaterpädagogik.

Noch verbreitet der Container Baustellenflair. Mancher Spaziergänger am Wall mag sich fragen, welche Großaktion hier zu erwarten ist. Intendant Erich Sidler lüftet das Geheimnis: Die Theaterpädagogik soll dort einziehen. „Wir wollen die Arbeit sichtbar machen“, sagt Sidler und wünscht sich, „dass das Haus sich mit der Stadt verbindet“.

Das Theater stoße an Grenzen

Im Moment habe das Theater das Problem, nicht wirklich disponieren zu können. „Wir stoßen überall an Grenzen", beschreibt der Intendant nach seinen ersten fünf Jahren. Sehr viele und sehr unterschiedliche Dinge würden im Spielbetrieb umgesetzt. 

Als nur ein Bereich sei die Theaterpädagogik mit derzeit vier Mitarbeitern bislang immer im Haus umhergewandert. Mit der neuen Erweiterung soll sie ihren eigenen Raum bekommen.

Die fünf ausrangierten Container habe er bei Spedition Zufall entdeckt, erzählt Sidler. Er konnte sie für das Theater sichern, nur die Abholung musste das Haus am Wall leisten. Nun bieten die Container einen neuen Raum mit rund 120 m2 Fläche. 

Das Büro soll nach der Eröffnung regelmäßig besetzt sein 

Ein kleiner Büroraum ist schon integriert. Laut Theaterpädagogin Gabriele Michel-Frei soll der nach Eröffnung regelmäßig besetzt sein. Das sei der Puls, „der auf dem Wall schlägt“, sagt sie auch mit Blick auf „DT- Am Puls“, das nun jährliche Festival der Spielclubs.

Michel-Frei gibt ein Beispiel, wie sie sich die Nutzung der neuen Räume in der Zukunft vorstellt. Wenn beispielsweise eine Schule aus Hann. Münden mit 100 Schülern ins Theater komme, eine Gruppe die Vorstellung um 9 Uhr besuche, die andere um 11 Uhr dabei sei, könne sie den Theaterbesuch mit der einen Gruppe vorbereiten, für die andere sei Platz für die Nachbereitung.

Raum bietet Platz für neue Möglichkeiten

Bei mehr als 30 Kooperationen mit Schulen biete der Raum neue Möglichkeiten. „Wir fahren trotzdem weiter in die Schulen“, verspricht die Theaterpädagogin.

Auch für die Spielclubs mit rund 150 Aktiven zwischen fünfeinhalb und 82 Jahren sieht sie die Erweiterung als Gewinn. Der Montag im DT – 2 bleibe. Bei rund 50 Anmeldungen wie jetzt in der Gruppe der zehn- bis zwölfjährigen Spieler biete die räumliche Erweiterung die Möglichkeit zur Gruppenteilung.

Wichtig ist Sidler, dass der neue Ort für Begegnung auf dem Gelände des Theaters angesiedelt ist. „Den Kindern und Jugendlichen muss klar sein, dass das Haus für sie offen ist“, betont er. Durch die sozialen Medien seien die Kommunikationsformen heutzutage stark eingeschränkt, beschreibt er die gesellschaftliche Entwicklung. 

Kommunikation braucht ein Gegenüber

Ohne ein konkretes Gegenüber mit Stimme, Körperhaltung und Mimik gehe in der Kommunikation ein wesentlicher Teil verloren. Für die Jugendlichen sei es deshalb schwerer, Qualitäten wie Teamfähigkeit zu erlernen.

Mit der Erweiterung des Theaters am Wall will Sidler einen Raum für analoge Begegnungen – unter anderem auch mit den Schauspielern - bieten. 

Noch vor der Premiere des Familienstücks „Jim Knopf und die Wilde 13“ im November soll das Haus mit Strahlkraft in die Stadt eröffnet werden. Mit Hilfe der Werkstätten soll der Containerbau bis dahin mit nachhaltigen Materialien eingerichtet und zu einem Blickfang werden.

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