1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen
  4. Göttingen

Deutsches Theater Göttingen: Intendant Erich Sidler bleibt bis 2029

Erstellt:

Von: Michael Caspar

Kommentare

Intendant Erich Sidler und Oberbürgermeisterin Petra Broistedt.
Bei der Vertragsunterzeichnung im Deutschen Theater: Intendant Erich Sidler und Oberbürgermeisterin Petra Broistedt. © Michael Caspar

Erich Sidler (57) bleibt weitere fünf Jahre Intendant des Deutschen Theaters in Göttingen. Die Stadt verlängerte seinen Vertrag vorzeitig.

Göttingen – Erich Sidler (57) bleibt weitere fünf Jahre Intendant des Deutschen Theaters. Die Stadt Göttingen hat seinen Vertrag, der 2024 ausgelaufen wäre, bis 2029 verlängert.

Der Aufsichtsrat und sie wünschten sich einen „verlässlichen“ und „an der Entwicklung der Stadtgesellschaft“ interessierten Intendanten an ihrer Seite, erklärte Göttingens Oberbürgermeister Petra Broistedt (SPD). Sidler bilde zusammen mit Geschäftsführerin Sandra Hinz „ein Traumpaar“ bei der in den kommenden Jahren anstehenden Sanierung des 1890 eröffneten Theaters.

DT-Intendant Erich Sidler bleibt bis 2029 - Gebäudesanierung spielt dabei eine entscheidende Rolle

Die Herausforderungen seien groß. 2018/19 – also noch vor der „extremen Steigerung der Baupreise“ – seien die Kosten des Vorhabens „auf 65 bis 95 Millionen Euro“ geschätzt worden. Sie gebe „Brief und Siegel“, dass es nicht billiger werde, betonte Broistedt.

In den kommenden Jahren erfolgten „wichtige Weichenstellungen für die Sanierung“ ergänzte Sidler. Er wolle nicht zwischendrin aussteigen, sondern das Projekt weiter begleiten. Schließlich müsse ein Intendant ein solches Vorhaben „nur einmal im Leben“ schultern. Angesichts „sich überlagernder Krisen“ wünschten alle Beteiligten Kontinuität.

Die Menschen wollten eigentlich bereits über die Pandemie hinweg sein, befänden sich aber noch mittendrin. Seit Februar führe Russland zudem Krieg gegen die Ukraine. Durch den Angriff fühle er sich persönlich in seiner „Integrität“ verletzt. Eigentlich hatte Sidler, der die Intendanz 2014 übernahm, nach zehn Jahren gehen wollen.

Sidler verspricht den Sanierungsprozess des Deutschen Theater zu organisieren

Der künstlerische Leiter des Theaters versprach gemeinsam mit Geschäftsführerin Hinz den Sanierungsprozess „zu organisieren und zu strukturieren“. Wichtig sei ihm, alle miteinzubeziehen – neben dem Bauherren, der Bauverwaltung und den Firmen, auch die Förderer, die Politik, die Mitarbeitenden des Hauses sowie die Gäste.

Das binde Arbeitskraft. Daher werde bei der Neubesetzung der freiwerdenden Stelle von Hauptregisseurin Antje Thoms darauf geachtet, dass er bei der künstlerischen Leitung des Hauses Entlastung bekomme.

Schon heute beziehe er in die Entscheidungsfindung seine Kollegen ein. Näheres über die Thoms-Nachfolge werde er im Frühjahr 2023 sagen können.

Oberbürgermeisterin Broistedt: Göttingen bekommt einen Beirat aus Kulturexperten

Göttingen sichert sich derzeit die Unterstützung von Kulturexperten, teilte Broistedt mit. Nach der Sommerpause werde ein Beirat eingesetzt, dem Vertreter des Aufsichtsrats, der Politik und des Landkreises angehörten. Er solle die Sanierung „engmaschig“ begleiten. Das Theater werde seinen Raumbedarf erfassen. Liege eine Entwurfsplanung vor, werbe die Stadt Fördermittel bei Bund und Land ein.

Göttingen fehlten angesichts eines Investitionsstaus von 1,7 Milliarden Euro bei der Stadt und ihren Töchtern die Mittel, ein solches Projekt alleine umzusetzen. Dass das Deutsche Theater saniert werden müsse, sei unter den drei großen Parteien im Rat unbestritten, zeigte sich die Oberbürgermeisterin zuversichtlich. (Michael Caspar)

Auch interessant

Kommentare