Programm für neue Spielzeit

Deutsches Theater in Göttingen spielt maximal flexibel

Die Macher des Deutschen Theaters haben zahlreiche Stücke bereits erarbeitet, die nach Bedarf auf die Bühne kommen sollen. Zunächst wurde nur das Programm für die erste Hälfte der Spielzeit vorgestellt.
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Die Macher des Deutschen Theaters haben zahlreiche Stücke bereits erarbeitet, die nach Bedarf auf die Bühne kommen sollen. Zunächst wurde nur das Programm für die erste Hälfte der Spielzeit vorgestellt.

Normalerweise sind Theaterpremieren für eine ganze Spielzeit im Voraus festgelegt. Die anhaltende Corona-Krise zwingt das Deutsche Theater in Göttingen zu einer geänderten Strategie.

Göttingen – „Flexibilität ist die Eigenschaft der Stunde“, brachte Intendant Erich Sidler die Situation auf den Punkt und beschränkte die Vorstellung der neuen Spielzeit kurzerhand auf die Premieren bis Februar. Sidler: „Wir fahren beim Wirtschafts- und Spielplan auf Sicherheit.“

Das Theaterensemble hat in den vergangenen Monaten eine Reihe von Stücken erarbeitet und intern schon Premieren gefeiert. Sidler will sie erst auf die öffentliche Bühne bringen, wenn sich die Pandemie-Situation bessert. Derzeit dürfen im großen Saal maximal 140 Besucher Platz nehmen. Sonst können dort knapp 500 Zuschauer die Vorstellungen erleben. Das zwingt das Theater dazu, bei großen Inszenierungen gleich zwei Premieren anzubieten.

Hier die zentralen Neuinszenierungen bis Februar kommenden Jahres auf einen Blick:

  • „Der Schimmelreiter“: Die Novelle von Theodor Storm, der von 1856 bis 1864 als Kreisrichter in Heiligenstadt aktiv war, wird von Daniel Foerster inszeniert. Premiere ist am Donnerstag, 23. September, im DT-2.
  • „Pop Up (Play)“: Welche merkwürdigen Blüten poppen, ploppen und platzen denn da plötzlich auf im gesellschaftlichen Diskus (nicht nur) in Deutschland in puncto Gender, Race, Equality, Identity? Hier schickt die Zuschauer ein Quintett in den Dschungel, das so hilflos ist wie viele von uns. Premiere mit Uraufführung am Freitag und Samstag, 24. und 25. September, im DT-1.
  • „Was das Nashorn sah“: Auf besondere Weise werden in diesem Stück von Jens Raschke die Gräueltaten des NS-Regimes thematisiert. Premiere am Samstag, 2. Oktober, im DT-2.
  • „Der tätowierte Mann“: Peter Wortsman schrieb das Stück nach Interviews mit Holocaust-Überlebenden. Premiere und Uraufführung am Freitag, 8. Oktober, im DT-3.
  • „Der Wunschpunsch“: Im Familienstück nach Michael Ende retten ein Kater und ein Rabe die Welt. Premiere am Sonntag, 28. November, im DT-1.
  • „Wagner – der Ring des Nibelungen“: Intendant Erich Sidler bringt die Sprechoper nach der Vorlage von Thomas Köcks auf die Bühne. Premiere am Freitag, 28. Januar, im DT-1.
  • „Tom auf dem Lande“: Nach dem Tod seines Lebensgefährten reist der Protagonist in diesem Stück von Michel Marc Bouchard aufs Land. Dort entwickelt sich mit der Schwester und der Mutter des Verstorbenen, die nicht von der Homosexualität ihres Sohnes wusste, eine Dreierbeziehung. Premiere am Freita, 18. Februar, im DT-2. Weitere Infos zu den Stücken gibt es hier.

Tanzprojekt, Wiederaufnahmen und Theater-Abo

„The Drying Prayer“ ist eine Co-Produktion des DT mit dem HochX Theater in München sowie dem Deutschen Nationaltheater in Weimar und ist am Samstag, 9. Oktober, als Gastspiel im DT-1 zu sehen. Das Tanzstück widmet sich der Transformation der Lebensräume im globalen Süden und nimmt dabei den Tschadsee in den Fokus.

Erich Sidler, Intendant des Deutschen Theater in Göttingen

Außerdem dürfen sich die Zuschauer auf zahlreiche Wiederaufnahmen im ersten Teil des Jahresprogramms freuen. Erneut auf die Bühne kommen die Stücke „Alles muss glänzen“, „Die Räuber“, „Hiob“, „Die fürchterlichen Fünf“, „Riss durch die Welt“, „Warten auf Godot“ sowie „Yesterday Reloaded“.

Wegen der andauernden Pandemie gibt es nur eingeschränkte Abonnements für fünf Vorstellungen. Dabei können Theaterfans zwischen dem Premieren-Abo, dem Fünfer-Abo für einen bestimmten Wochentag, der 5-vor-Card (dabei gibt es den besten verfügbaren Platz fünf Minuten vor Vorstellungsbeginn) und dem Wahl-Abo mit großer Flexibilität wählen. Kasse und Besucherservice des Deutschen Theaters ist unter Tel. 0551/4 96 93 00 zu erreichen. Weitere Infos gibt es hier. (Bernd Schlegel)

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