Super-Dupi-Cup in Göttingen

Deutschlands schlechteste Fußballmannschaft heißt FC Tramm

Göttingen. Den Pokal bekam der Verlierer: Im SVG-Stadion wurde am Samstag Deutschlands schlechteste Vereinsfußballmannschaft ermittelt. Veranstalter war die Bild-Zeitung.

Am späten Samstagabend wurde zwischen Bayern München und Dortmund Deutschlands beste Fußballmannschaft ermittelt. Schon drei Stunden zuvor stand Deutschlands schlechtestes Mannschaft fest: Der FC Tramm aus einem Dorf 15 km südlich von Schwerin. Im von der Bild-Zeitung promoteten „Super-Dupi-Cup“ verloren die Mecklenburger im Stadion von Fußball-Oberligist SVG Göttingen mit 0:8 (0:5) gegen den VfR Rauxel 08 aus dem Kohlenpott. Eine Riesen-Gaudi war’s allemal! „So seh’n Verlierer aus“, sangen die Tramm-Jungs lauthals und stemmten den Looser-Pokal in die Höhe. Fußball verrückt!

"Wir haben auch schon schlechter gespielt, bei einer 0:25-Niederlage", bilanzierte Tramm-Trainer Ronald Kankel.

Alles war professionell aufgezogen. Die beiden Teams durften in großen Bussen anreisen. Der „Supercup verkehrt“ wurde mittels der neuen TV-Technik von „Sporttotal.tv“ in sozialen Netzwerken live übertragen. In der Sprecherkabine der SVG, wo sonst Rainer Freudenberg Oberliga-Tore ansagt, saß „Sport1“-Kommentator Oliver Forster, unterstützt von den BILD-Kollegen Timm Detering und Assistentin Miriam. Da passte es ja prima, dass mit Willi Landgraf eine einstige volksnahe Fußball-Größe aus dem Ruhrpott dabei war. Der Mann hat 508 Mal in der 2. Liga gespielt – Rekord!

Fast 400 Fans sorgten für Stimmung auf der Tribüne – mehr als sonst bei der SVG. Beide Klubs hatten Anhänger in ihren Bussen mitgebracht. Apropos: Mit taktischer Disziplin, Mittelfeld-Raute oder hängenden Spitzen (eher durchhängenden...) hatte die Partie natürlich nichts zu tun. Der Spaß, die gute Laune standen im Vordergrund. Bei den Fans und bei den Spielern, von denen einige schätzungsweise bis zu 30 Kilo zu viel auf den Rippen hatten.

Dennoch gab’s auch tolle Tore! Timothy Omon, der ein bisschen wie Dortmunds Aubameyang aussieht, schießt Rauxel in Front. Maurice Friederich und Benjamin Springwald legen das 3:0 nach. Das 4:0 dann ein Traumtor: Youri Springwald zaubert die Kugel per direktem Freistoß in den rechten Winkel – das hätte kein Bundesliga-Profi besser gekonnt! 5:0, 6:0, dann der große Auftritt von Rauxels Vedat Demirbilek (Busfahrer), der den Ball im linken Winkel einparkt. Ebenso toll das 8:0 von Ersin Demiryürek.

Am Ende hatte sich Tramm den Looser-Pokal im Nieten-Gipfel verdient. Aber auch doppelt Pech gehabt: Beim Ehrentor stand der Rauxel-Pfosten im Wege, ein Verletzter musste sogar per Rettungswagen ins Krankenhaus.

Dass hinterher bei Bratwurst, Steaks, Salat und Bier noch gemeinsam gefeiert wurde, versteht sich bei den Amateurkickern von selbst. Und gemeinsam saßen sie dann auch noch in der SVG-Kneipe vor der großen TV-Leinwand, auf der der „richtige“ Supercup flimmerte. Und manch einer wird geträumt haben: Ach, wär’ ich doch im Dortmunder Signal-Iduna-Park aufgelaufen. Doch auch vom Supercup verkehrt am Göttinger Sandweg werden sie noch ihren Kindern erzählen.

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