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Dichter-Zusammenschluss in Göttingen: Gedenken in Stein an den Hainbund

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Von: Thomas Kopietz

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Hainbund-Denkmal am oberen Teil der Herzberger Landstraße in Göttingen: Es wurde restauriert und nach dem Abbau wieder auf den Sockel gestellt.
Hainbund-Denkmal am oberen Teil der Herzberger Landstraße in Göttingen: Es wurde restauriert und nach dem Abbau wieder auf den Sockel gestellt. © Thomas Kopietz

Ein besonderes Denkmal erinnert an einen Zusammenschluss von Dichtern in Göttingen, den Hainbund. Der zwei Tonnen schwere Stein ist jetzt restauriert.

Göttingen – Einige Monate stand nur ein unscheinbarer Sockel an einer markanten Straßenecke im Osten von Göttingen nahe Schillerwiesen und Herzberger Landstraße: Das Hainbund-Denkmal war weg. Das hatte seinen Grund. Es wurde restauriert – und ist nun auf den Sockel zurückgekehrt.

Im Herbst 2021 war das zwei Tonnen schwere Denkmal, ein sich nach oben verjüngender Steinquader aus dem Jahr 1872, abgebaut worden. Das Denkmal wurde über die Wintermonate in einem Steinmetzfachbetrieb aufwendig restauriert. Zugleich erfolgte eine Umgestaltung und Sanierung des Denkmalbereiches durch verschiedene städtische Fachbereiche. Die Restaurierung wurde von der AKB Stiftung gesponsert.

Mitte Mai kam es zurück – mit Hilfe eines Schwerlastkranes wurde es an seinem Standort am oberen Teil der Herzberger Landstraße aufgestellt – pünktlich zum 150. Jahrestag der Errichtung und Einweihung des Denkmals. Es erinnert an den Göttinger Hainbund, der wurde am 12. September 1772 in Göttingen gegründet. Sie hatten sich teils durch ihre Beiträge zur literarischen Zeitschrift „Göttinger Musenalmanach“ kennengelernt, die 1770 von Heinrich Christian Boie begründet wurde. Spätestens ab 1772 war der Musenalmanach dann das Sprachrohr des Hainbundes. Die Bezeichnung „Hainbund“ geht auf Friedrich Gottlieb Klopstocks Ode „Der Hügel und der Hain“ zurück.

Zur Erinnerung an die Gründung des Göttinger Hainbundes 1772, errichtete die Stadt Göttingen 100 Jahre später das schmucklose Denkmal an der Herzberger Landstraße. Auf der Vorderseite des Denkmals steht dementsprechend: „Dem Göttinger Dichterbunde am hundertjährigen Gedächtnistag gewidmet von der Stadt Göttingen. 12.9.1872“.

An zwei Seiten sind die Namen der Dichterbundmitglieder eingemeißelt: „Heinrich Christian Boie, Schack Hermann Ewald, Gottfried August Bürger, Christian Graf zu Stollberg, Friedrich Leopold Graf zu Stollberg, Johann Anton Leisewitz, Johann Heinrich Voß, Ludwig Heinrich Christoph Hölty, Johann Friedrich Hahn, Johann Martin Miller, Gottlob Diedrich Miller, Johann Thomas Ludwig Wehrs“.

Der ursprüngliche Treffpunkt der Dichter war aber nicht an der oberen Herzberger Landstraße, sondern in einem Eichenhain oberhalb des Weende-Spring im Göttinger Norden. Dort waren die Männer auf Anregung von Heinrich Johann Voß zusammengekommen, um sich ewige Freundschaft zu schwören. (Thomas Kopietz=

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