AUF RÄDERN UND ROLLEN

Die etwas andere Stadtführung: Göttingens Geschichte erfahren

Der Bahnhof in Göttingen: Zu sehen ist der Vorplatz, das Bahnhofsgebäude im Hintergrund in einige Menschen.
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Willkommen in Göttingen: Hier, auf dem Bahnhofsvorplatz, begrüßt Stadtführer Holger Kotzam in der Regel die Gäste, die sich mitsamt dem Rad von ihm auf eine interessante Tour durch die Uni-Stadt mitnehmen lassen möchten.

Ausflugsspaß in der Region: Wir geben Tipps, wo Sie sich auf Rädern und Rollen vergnügen können.

Göttingen – Wer schon immer mehr über die Universitätsstadt an der Leine wissen wollte, ganz egal, ob als Tourist, Zugezogener oder Einheimischer, muss das nicht über eine klassische Stadtführung zu Fuß machen. Der Göttinger Holger Kotzam führt Interessierte per Fahrrad durch seine Heimatstadt – und hat dabei auch immer die ein oder andere Anekdote parat.

Ein Donnerstagvormittag, blauer Himmel, die Sonne strahlt. Holger Kotzam beginnt seine knapp zweistündige Radtour dort, wo viele Besucher als erstes ankommen, wenn sie der Universitätsstadt einen Besuch abstatten: am Bahnhofsvorplatz. „Hier steht auch schon direkt unser erstes Ziel“, sagt er und läuft auf den großen Sockel zu, der am Anfang des Platzes steht. Dort angekommen erzählt der pensionierte Polizeibeamte von den Göttinger Sieben und der Empörung über ihr Denkmal am Bahnhof.

Dann geht es auch schon weiter, vorbei an der Zählstation der „ersten Fahrrad-Autobahn Deutschlands” in Richtung Uni-Campus. Kurzer Zwischenstopp auf Höhe der Kreuzung am Weender Tor. „Die Baustellen machen die Tour aktuell zum Teil etwas schwieriger“, erzählt Kotzam mit Blick auf die Bauarbeiten dort. Aber so sei es derzeit eben. Nach Informationen unter anderem zur Heinz-Erhardt-Figur und Göttingen als einstige Filmstadt, geht es weiter zum Denkmal der Göttinger Sieben auf den Zentralcampus.

Ein Halt bei der Historischen Sternenwarte an der Geismar Landstraße darf natürlich ebenfalls nicht fehlen auf der Tour.

Und so strampelt man sich als Teilnehmer gemeinsam mit Holger Kotzam durch die Stadt, immer in einem angenehmen Tempo. „Das passe ich natürlich immer ganz individuell den Teilnehmern an“, sagt Kotzam. Seien diese allerdings mit E-Bikes unterwegs, müsste er selber dann schon ordentlich in die Pedale treten. „Ich habe nämlich keines“, verrät er lachend.

Mittlerweile an der Stadthalle – der nächsten Großbaustelle – angekommen, ist nun ein wenig Fantasie gefragt. Denn dort, wo es heute den Wall hinauf Richtung Cheltenham Park geht, standen einmal ein paar Pfahlbauten. „Darin wohnt eine kleine Schar Menschen. Sie sind Viehhirten, Knochenschnitzer und Ackerbauern“ erzählt Kotzam. Im 6. oder 7. Jahrhundert müsse das gewesen sein. „Hier liegen die Wurzeln Göttingens.“

Holger Kotzam verbindet Wissenswertes mit kleinen Anekdoten und lenkt seine interessierten Gäste nicht nur durch die Göttinger Innenstadt. Durch das „erfahren“ der Unistadt auf dem Rad können auch Punkte angefahren werden, die etwas außerhalb der Innenstadt liegen. Natürlich darf auch ein Halt an der Sternenwarte nicht fehlen.

Und weil Göttingen – nach Ansicht der Wissenschaft – eine der wahrscheinlichsten Haltestellen für Außerirdische ist, können die Besucher dort sogar eine Mitteilung in klingonischer Sprache finden.

Nachricht an Außerirdische: Auf dem Sockel an der Historischen Sternenwarte ist eine Botschaft in Klingonisch verfasst.

Wo die Tour schließlich endet, errät sich von selbst: natürlich an dem weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekanntem Wahrzeichen, dem Göttinger Gänseliesel.

Weitere Informationen zu dieser Stadtführung auf dem Rad durch Göttingen gibt es auf der Internetseite der Tourist-Information unter goettingen-tourismus.de. Dort können die Führungen auch online gebucht werden. (Melanie Zimmermann)

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