Gregor Kilian will mit dem Format auf Reise gehen

Die Göttinger Blues’n’Boogie Küche soll mobiler werden

Blues’n’Boogie-Küche im Musikclub Exil in Göttingen.
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Blues’n’Boogie-Küche: Im Musikclub Exil in Göttingen geht sie - normalerweise einmal im Monat über die Bühne - in Coronazeiten im Stream. Bald soll das Erfolgsformat, wenn wieder möglich, auf Reisen gehen, in anderen Städten stattfinden.

Die Göttinger Blues’n’Boogie Küche möchte mobiler werden. Das abwechslungsreiche Format für Musikrichtungen wie Blues, Boogie, Ragtime, Rock’n’Roll und Swing soll neben dem Exil in Göttingen künftig auch in anderen Städten wie in Hamburg angeboten werden.

Göttingen – Abgesagte Konzerte, Ausfall von Gagen, fehlendes Publikum: Für die Musikbranche ist die Corona-Pandemie ein ganz besonders hartes Brot. Sich zu motivieren und Pläne zu schmieden, ohne zu wissen, wann Kultur wieder unter halbwegs normalen Bedingungen stattfinden kann - fast unmöglich. Für manche Künstler ist das aber auch eine Gelegenheit, die Zeit zu nutzen, um sich auf ein „Danach“ vorzubereiten.

„Wir brauchen einen langen Atem und müssen uns darauf einstellen, dass wir dann, wenn die ‚Party’ wieder los geht, wahrscheinlich das Doppelte und Dreifache spielen werden und dafür sollten wir uns schon einmal fit machen, Lieber vorausarbeiten, bereit sein und dann genießen, wenn’s wieder los geht“– so lautet die Devise für Gregor Kilian.

Unter „fit machen“ versteht der Pianist auch, seine Blues’n’Boogie Küche als Göttinger Institution auch in andere Städte wie Hamburg zu bringen. „Das ist der Plan für dieses Jahr – nach vorne gucken und ein paar positive Dinge aus der Corona-Zeit mitnehmen. Zum Beispiel, dass man etwas mobiler wird und auch die Besetzung je nach Bedarf etwas verkleinern kann“, sagt Kilian. „Zwar haben wir auch in der Vergangenheit bereits hin und wieder mal in der Region gespielt, wir wollen aber den Radius und die Anzahl der externen Auftritte zusätzlich erweitern. Natürlich werden wir dabei weiter regelmäßig in Göttingen auf der Bühne stehen und dem Exil die Treue halten!“

Gregor Kilian, Blues’n’Boogie Küche.

16 Jahre ist es her, dass Gregor Kilian gemeinsam mit dem Schlagzeuger Bernd Knappe das Format im Göttinger Nörgelbuff gegründet hat. Ursprünglich als regelmäßige Session für Stilrichtungen wie Blues, Swing und Ragtime gedacht, haben sich die Konzerte bis heute zu einer vielseitigen Show entwickelt, die seit 2006 im Exil stattfindet – vor Corona jeden dritten Donnerstag im Monat. Neben Gregor Kilian am Klavier und dem Kieler Jazz-Schlagzeuger Nils Conrad gibt es eine Stammbesetzung aus vielen talentierten Musikerinnen und Musikern. Für jede Show stellt Kilian daraus ein neues Set an Mitwirkenden zusammen – auch in Abhängigkeit der musikalischen Gäste, die meist zusätzlich eingeladen werden.

Dieses Puzzlespiel ist die eigentliche Herausforderung an der Blues’n’Boogie Küche: „Man lernt im Laufe der Jahre ungefähr vorauszusehen, was zusammen funktionieren kann und was nicht. Genau das ist das Spannende bei uns, denn so kommen immer wieder Musiker zusammen, die normalerweise gar nicht gemeinsam spielen würden.“ Dieses Baukasten-System, das es bei anderen Bands so nicht gibt, schaffe eine hohe Flexibilität, so Kilian.

Entsprechend flexibel konnte die Blues’n’Boogie Küche auch auf die Pandemie reagieren und seit Juni gelegentlich im Livestream aus dem Exil spielen, im September und Oktober unter strengen Hygieneauflagen sogar kurzzeitig vor Publikum. In enger Zusammenarbeit mit Bea Roth und Karl Schrader vom Exil sei zudem die technische Infrastruktur geschaffen worden, auch in Zukunft qualitativ hochwertige Livestreams senden zu können. „Da Corona sicherlich noch eine Weile dauern wird, werden wir bestimmt noch ein paar schöne Blues’n’Boogie Küchen im Online-Format haben“, vermutet Gregor Kilian. (Anke Heidenreich)

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