KWP-OPEN-AIR mit Michael Schulte

Die Rückkehr des lockeren Genießens

Michael Schulte präsentierte sich gut gelaunt und brachte seine Hits auf die Bühne im Kaiser-Wilhelm-Park in Göttingen.
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Starke Stimme – Michael Schulte präsentierte sich gut gelaunt, voller Spielfreude und brachte seine Hits auf die Bühne im Kaiser-Wilhelm-Park in Göttingen.

Das Festival „Musik im Wald“ lief am Wochenende in Göttingen vor Publikum. Zwei Mal kamen 700 Menschen in den Kaiser-Wilhelm-Park (KWP) und waren glücklich.

Göttingen – 23 Uhr. Eigentlich war es viel zu spät, noch dazu mitten im Wald, als Michael Schulte die Bühne im Kaiser-Wilhelm-Park betrat und coronabedingt mit nur zwei Begleitmusikern statt mit großer Kapelle anrückte. „Normal liege ich um 9 Uhr im Bett.“ Dann schlafen die beiden Kurzen des Mannes, der zuletzt für Deutschland beim Eurovision Songcontest mit Platz vier ein respektables Ergebnis einfuhr – drei Jahre ist das her.

„Falls ich irgendwann wegnicke, weckt mich!“, so die Anweisung Schultes an die etwa 700 Zuschauer in der schönsten Wald-Musik-Arena der Republik. Schulte schlief nicht ein, das sei mal vorweggesagt.

Zunächst beeindruckt der klare, feine Klang – und natürlich die Stimme. Denn singen – und vor allem live – kann Schulte, wie bei „Gimme your love“ deutlich wird. Gefühlvoll mit Bandbreite und hoch.

Überhaupt: Stücke wie „Stay“, die Schulte teils nur mit wenig Key-Begleitung liefern die großen Momente, erzeugen die tiefen Gefühle an diesem ersten KWP-Abend.

Noch besser bei der Masse der Besucher aber kommen die lockeren Stücke wie „Bye, bye, bye“, das bei YouTube bereits die Millionen-Klick-Marke geknackt hat, an. „For a Second“ kommt auf satte 4,5 Millionen Aufrufe und reißt auch das KWP-Publikum mit. Trotz Sitzpflicht stehen dabei viele, tanzen, schwingen locker mit. Für einige Sekunden zaubert Schultes Song die verlorene Lockerheit zurück – nach so vielen Monaten, einer gefühlten Ewigkeit, ohne Konzerte.

„Wir werden es voll genießen. Es ist nicht selbstverständlich, dass dieses Konzert hier stattfindet“, sagt Schulte. „Und danke dafür an alle.“

In Gefühlsduselei rutscht der xx-Jährige aber nicht ab. Nein, es wird gescherzt, mit seinem Drummer und dem Keyboarder, der verleitet Schulte zu einem Blues und – ja wirklich – ein paar Takte „Macarena“.

Natürlich bringt Schulte die Hits „Back to the Start“ und fast zum Schluss das Lied, das ihn zum Eurovison brachte: „You let me walk alone“, das ihn verdientermaßen beim Eurovision weit nach oben in Voting-Liste spülte.

Immerhin geht der junge Vater nach Abarbeiten der Set-List nicht in die Heia. Er zaubert solo das wunderbare „Holding back the Fire“ in die kühle Waldluft, um danach den perfekten Abschluss zu finden: „Wir spielen das Lied, was unserer Meinung nach am besten angekommen ist.“ 3:0 votet die Band für: „For a second.“ Und so gibt es statt einiger Sekunden, ein paar Minuten diese heiß ersehnte Lockerheit, das Tanzen jenseits der Sitzpflicht. Das Vergessen der Corona--Zeit. Schön. Danke an alle, auch an Michael Schulte, den jungen Papa und Genießer der Waldmomente. (Thomas Kopietz)

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