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Aktionstag des DGB am Göttinger Bahnhof: Die wichtige Arbeit der Betriebsräte

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Von: Bernd Schlegel

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Gruppenfoto der DGB-Aktionstag-Teilnehmer am Göttinger Bahnhof
Betriebsräte leisten wichtige Arbeit: Darauf wiesen (von links) Sebastian Kruck (GöVB),Till Pahmeier (Robert Bosch After Market Solution´s), DGB-Gewerkschaftssekretärin Marlene Seyfried, DGB-Regionsgeschäftsführerin Agnieszka Zimowska sowie Katja Derer, Geschäftsführerin der Gewerkschaft NGG in der Region Süd-Ost-Niedersachsen-Harz, hin. © Bernd Schlegel

Welche wichtigen Aufgaben Betriebsräte in den Unternehmen haben, wurde bei einer Aktion des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) auf dem Göttinger Bahnhofsvorplatz deutlich.

Göttingen – Aktueller Anlass dafür: Noch bis Ende Mai werden in den Unternehmen die Betriebsräte neu gewählt.

Für etwa 240 Beschäftigte der Robert Bosch Aftermarket Solutions GmbH engagiert sich Till Pahmeier als Betriebsratsvorsitzender. Derzeit findet dort ein wichtiger Übergang statt: Das Unternehmen wird von einer chinesischen Firma übernommen. Schon bald sollen sie als „Gotion Germany“ Batterien für die Automobilbranche montieren.

Deshalb ist Pahmeier froh, dass der Betriebsrat durchgesetzt hat, dass bestehende Betriebsvereinbarungen langfristig gelten werden. Ein wichtiges Ziel sei, dass in dem Betrieb auch wieder der Flächentarif angewandt wird. Für etwa 60 weitere Mitarbeiter in Göttingen, insbesondere im Bereich Entwicklung, gilt dies bereits. Sie wechselten jetzt zur Firma Bosch als Arbeitgeber. Um die neun Mandate im Betriebsrat hatten sich 33 Kandidaten beworben.

Knapp 300 Mitarbeiter haben die Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB). Als Vertrauensleutesprecher engagiert sich dort Sebastian Kruck für seine Kollegen. Er ist selbst Busfahrer und kennt die Probleme der Mitarbeiter. Das Tochterunternehmen der Stadt Göttingen zahlt Tarif, freut sich der Belegschaftsvertreter.

Bei den GöVB hatten sich 40 Bewerber in vier Listen um die neun Mandate im Betriebsrat beworben. Kruck hat auch einen Wunsch an die Fahrgäste: Er bittet um gegenseitige Rücksichtnahme.

Katja Derer, Geschäftsführerin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in der Region Süd-Ost-Niedersachsen-Harz, beklagte, dass in den vergangenen Jahren die Zahl der Betriebsräte zurückgegangen sei. Derzeit gebe es in der Region in dieser Branche nur sechs Betriebe mit insgesamt etwa 600 Beschäftigten, die Betriebsräte haben. Vor zehn Jahren waren es noch zwölf Betriebe mit etwa 1.200 Mitarbeitern.

Derer befürchtet, dass Südniedersachsen mit Blick auf Unternehmen der Branche zu einer „mitbestimmungs- und tariffreien Zone“ wird. Deshalb machte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mit der Regionalvorsitzenden Agnieszka Zimowska und der Gewerkschaftssekretärin Marlene Seyfried Mut zur Gründung von Betriebsräten.

Vom DGB und den anderen Gewerkschaften gebe es dabei Unterstützung.suedniedersachsen-harz.dgb.de „Betriebsräte sichern gemeinsam mit den Gewerkschaften Arbeitsplätze, sorgen beispielsweise für gute Ausbildungsbedingungen, die Übernahme von Azubis und für sozial verträgliche Arbeitszeitmodelle“, sagt Zimowska.

Sie kümmerten sich beispielsweise um den Gesundheitsschutz, die Weiterbildungsangebote und auch Gleichstellungsfragen. „Betriebe mit Betriebsrat zahlen höhere Entgelte als solche ohne Interessenvertretung. Betriebe mit Betriebsräten sind innovativer und produktiver als die betriebsratslose Konkurrenz“, wirbt die DGB-Regionalvorsitzende für Betriebsräte. (Bernd Schlegel)

Weitere Informationen unter suedniedersachsen-harz.dgb.

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