500 000 Euro Unterstützung

Digital-Projekt: Handy-App für lebenswerte Dörfer

Freuen sich auf digitale Dörferster Manfred Kuhlmann, Matthias Berg und Landesbeauftragte Ulrike Witt.
+
Freuen sich auf digitale Dörfer: (von links) Northeims Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, Jutta Croll, Landtagsabgeordneter Gerd Hujahn, Ministerin Birgit Honé, Carola Croll, Bürgermeister Manfred Kuhlmann, Matthias Berg und Landesbeauftragte Ulrike Witt.

Eine digitale Plattform zur Verbesserung der Kommunikation im Dorf können Südniedersachsens Kommunen ab sofort nutzen.

Südniedersachsen – Zur Finanzierung des Projekts „Digitale Dörfer“ hat Regionalministerin Birgit Honé (SPD) 500.000 Euro zur Verfügung gestellt.

„Wir haben eine Dorffunk-App, eine Homepage und einen digitalen Schaukasten entwickelt“, berichtet Dr. Matthias Berg vom Fraunhofer-Institut für Experimentelle Software Engineering in Kaiserslautern. Es stellt die Software nun gemeinsam mit dem Projektpartner, der Berliner Stiftung Digitale Chancen Kommunen in den Landkreisen Goslar, Göttingen, Holzminden und Northeim kostenfrei zur Verfügung. Interessierte erhalten zudem die notwendige technische Unterstützung. Auf Nutzerwunsch hin werden die Programme zudem weiterentwickelt.

„Die App ermöglicht es uns, direkt mit Bürgern in Kontakt zu treten“, benennt Gleichens Bürgermeister Manfred Kuhlmann (SPD) einen zentralen Vorteil der neuen Technik. Seine Gemeinde, die flächenmäßig größte und zugleich die am dünnsten besiedelte Kommune im Landkreis Göttingen, nutzt das Angebot bereits. Seit 2018 sammelt der Ortsteil Bremke als erstes Dorf in Südniedersachsen Erfahrungen mit App, Homepage und Schaukasten.

„Wir können die Menschen nun kurzfristig informieren, wenn wir eine Straße aufgrund von Baumfällarbeiten sperren oder das Wasser nach einem Rohrbruch abstellen müssen“, führt Kuhlmann aus. Wenn die Sirenen heulen, teilt die Feuerwehr per App den Grund mit – sei es ein Brand oder ein Verkehrsunfall. Als sich aufgrund des heftigen Wintereinbruchs die Brötchenlieferung bis in den Nachmittag hinein verzögerte, benachrichtigte der Dorfladen per App seine Kunden und wurde so alle Backwaren noch los.

„Gleichener Vereine stellen sich auf der Homepage vor“, führt der Bürgermeister aus. Neubürger verschaffen sich digital einen schnellen Überblick über den Ort und seine Angebote. Da insbesondere ältere Menschen sich mit der Technik schwertun, gibt es digitale Schaukästen. Einer steht im Bremker Dorfladen. Der große Vorteil: Die digitalen Inhalte lassen sich von den Verantwortlichen ohne Wege vom Schreibtisch oder Smartphone aus aktualisieren. Einige Bürger haben es zudem übernommen, Senioren die neue Technik zu erklären.

„Über das Angebot lässt sich die Auslastung unserer Bürgerbusse und Mitfahrbänke verbessern“, hofft Northeims Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD), „Dienstleister auf den Dörfern können sich bekannt machen“, ergänzt Dr. Ulrike Witt, die Braunschweiger Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung.

Der Landtagsabgeordnete Gerd Hujahn (SPD) aus Hann. Münden verspricht sich durch das digitale Angebot eine verbesserte Teilhabe der Bürger am gesellschaftlichen Leben.

„Das Land will in Südniedersachsen in den kommenden Monaten Erfahrungen sammeln“, macht unterdessen Regionalministerin Birgit Honé deutlich. Auf dieser Basis soll das Projekt 2022 auf ganz Niedersachsen ausgedehnt werden. (Michael Caspar)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.