Ehemaliger Student hatte die Idee

Digitaler Weihnachtsmann steht bereit

Digitaler Besuch vom Weihnachtsmann: So könnte die Visite am Heiligen Abend aussehen.
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Digitaler Besuch vom Weihnachtsmann: So könnte die Visite am Heiligen Abend aussehen.

Der Weihnachtsmann arbeitet im Lockdown aus dem Homeoffice.

Göttingen – Dass es in diesem Jahr ein ganz anderes Weihnachtsfest wird als sonst, wissen wir inzwischen alle. Dass die Kinder in der Region aber trotz des Lockdowns und der damit verbundenen Einschränkungen nicht auf den Weihnachtsmann verzichten müssen, ist der Initiative eines inzwischen in Bonn lebenden Göttingers zu verdanken.

„Als ich noch in Göttingen studierte, habe ich mir bei der Weihnachtsmannvermittlung der Jobagentur etwas Geld dazuverdient, an jedem Heiligabend bis zu 15 Familien besucht und dort für große Kinderaugen gesorgt“, erzählt der inzwischen 40-Jährige, der namentlich nicht erwähnt werden möchte. Selbst als es ihn beruflich nach Bonn verschlug, blieb er den Göttingern treu.

„Weil mir diese Aufgabe Spaß gemacht hat, viele Eltern gerne denselben Weihnachtsmann haben wollten wie im Vorjahr und ich die Feiertage sowieso immer bei meiner Familie in Göttingen verbringe, habe ich einfach weitergemacht“, sagt passionierte Weihnachtsmann.

In diesem Jahr zeichnete sich nun wegen der sich zuspitzenden Corona-Situation aber schon früh ab, dass es für den Weihnachtsmann unmöglich sein würde, von Haus zu Haus zu ziehen. „Irgendwann kam mir dann die Idee, ihn über das Internet zu den Kindern nach Hause kommen zu lassen – sozusagen aus dem Homeoffice“, erzählt der 40-Jährige. Mit dieser Idee sei er sowohl bei der Jobagentur als auch bei seinen Weihnachtsmann-Kollegen sofort auf offene Ohren gestoßen.

„Im Prinzip machen es nicht viel anders als sonst auch“, sagt der Initiator. „Wir setzen uns im Vorfeld mit den Eltern, die uns buchen, in Verbindung und erfahren so den Namen des Kindes, ob es im zurückliegenden Jahr artig war oder eher Flausen im Kopf hatte und was es sich zu Weihnachten gewünscht hat.“ Dann werde ein Termin vereinbart, an dem er dann über Skype mit den Kindern spricht. „Dafür habe ich einen Hintergrund erschaffen, der es so aussehen lässt, als würde ich in der Wohnung des Weihnachtsmannes am Nordpol sitzen“, so der 40-Jährige. Was die Geschenke angeht, werde er den Kindern erzählen, dass die Wichtel schon im Vorfeld fleißig gewesen seien und diese bei den Eltern abgegeben hätten.

„Natürlich ist es schade, dass man den Kindern diesmal nicht persönlich gegenübersitzen und direkt in die Augen schauen kann, aber ich denke, dies ist für alle Beteiligten eine gute Lösung“, sagt der Initiator. „Außerdem wissen die Kinder ja auch, dass in diesem alles anders ist und würden sich vielleicht sogar wundern, warum die Regeln nicht auch für den Weihnachtsmann gelten.“ Dieser habe schließlich eine Vorbildfunktion und müsse dieser auch gerecht werden. „Trotzdem hoffe ich natürlich, dass es eine einmalige Aktion bleiben wird und im nächsten Jahr wieder alles ist wie früher.“

Interessenten können sich melden

Wer sich für einen digitalen Weihnachtsmannbesuch interessiert, kann sich bei Monika Skotnik von der Jobvermittlung der Agentur für Arbeit Göttingen melden. Skotnik ist telefonisch unter 0551/520 101 oder per E-Mail unter goettingen.job@arbeitsagentur.de zu erreichen. (Von Per Schröter)

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