Diskussionsrunde: Frauen helfen in Göttingen bei der Integration

Diskutierten zum Thema Frauen als Integrationsmotor: (von links) Beatrix Schminke-Gebauer, Stine Heintze, Insa Wiethaup, Bernadette Tusch und Conny Hiller. Foto: Henniges

Göttingen. Bei der Integration von Flüchtlingen in Göttingen spielen Frauen eine wichtige Rolle. Das wurde bei einer Diskussionsrunde anlässlichen des Weltfrauentages deutlich.

Stine Heintze stellte die Integrationsbemühungen für geflüchtete Frauen im Göttinger Frauenhaus vor: „In unserem Aufenthaltsraum kommunizieren Frauen unterchiedlicher Herkunft mühelos miteinander. Sie reden, lachen, verstehen sich einfach.“ Diese Frauen sind laut Heintze vor allem vor sexueller Gewalt in Sammelunterkünften in Deutschland und vor häuslicher Gewalt durch Familienangehörige geflohen.

Auch Beatrix Schminke-Gebauer von der Initiative „Göttingen hilft“ beobachtet regelmäßig die Intergrationsleistungen von Frauen. Bei einem organisierten Frühstück für Frauen tauschen sich die Geflüchteten aus und lernen die deutsche Sprache.

Damit Frauen zum Motor der Integration werden können, bedarf es jedoch weiterer Förderungsprojekte, waren sich die Teilnehmer einig. FairBleib-Mitarbeiterin Bernadette Tusch wünscht sich vor allem mehr Teilzeitangebote für Mütter mit Migrationshintergrund und die Anerkennung bereits vorhandener beruflicher Qualifikationen, die geflüchte Frauen mitbringen. Conny Hiller von der Firma Bonveno GmbH, die in Göttingen mehrere Flüchtlingswohnheime betreibt, erhofft sich die Erichtung von Schutzräumen für Familien und Frauen, damit sie einen Rückzugsort bekommen. Auch Veranstaltungen, die beispielsweise über Hilfsorgansisationen und Rechte informieren, könnten aus Sicht von Hiller geflüchtete Frauen unterstützen.

Konzept gegen Gewalt

Das Göttinger Frauenhaus setzt sich derzeit für ein Schutzkonzept für Flüchtlingseinrichtungen ein. Dieses schult haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter beim Thema Gewalt gegen Frauen und Kinder. So soll zum Beispiel in jeder Flüchtlingsunterkunft ein Mitarbeiter benannt werden, die bei Auseinandersetzungen angesprochen werden kann.

Von Julia Henniges

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