Für die breite Öffentlichkeit

Diskutieren über die Medizin der Zukunft: Ethik der Medizin an der UMG startet Info-Projekt

Medizinethikerin Prof. Silke Schicktanz. Eine Frau mit dunklen Haaren lächelt in die Kamera
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Medizinethikerin: Prof. Silke Schicktanz betreut ein Projekt mit dem der Austausch über Digitalisierung in Medizin und Gesundheitswesen von morgen stattfinden soll.

Datenflut, künstliche Intelligenz und Roboter oder längst eine Notwendigkeit und Garant für verbesserte Versorgung? Die Universitätsmedizin Göttingen möchte in einem Projekt über Digitalisierung im Gesundheitswesen aufklären.

Göttingen – Digitalisierung im Gesundheitswesen: längst eine Notwendigkeit und Chance für eine bessere, individuelle Patientenversorgung oder doch mehr ein Risiko wegen steigender Datenmengen, des Einsatzes von künstlicher Intelligenz und von Robotern?

Klar ist: Das deutsche Gesundheitswesen ist – auch gezwungenermaßen – im Umbruch. Die Corona-Pandemie hat das offengelegt und auch die Rückständigkeit in der Digitalisierung im Vergleich zu anderen Staaten.

Projekt zur Digitalisierung an der UMG: „Gesundheitswesen von morgen“

Kurzum: Ein Thema, das viel Gesprächs- und Informationsbedarf bietet. An der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) läuft diesbezüglich ein Projekt an – das sich ab Juli an die breite Öffentlichkeit richtet: „Unser Gesundheitswesen von morgen: Digitalisierung – Künstliche Intelligenz – Diversität“.

In verschiedenen Formaten will das Team um die Projektleiterin Prof. Dr. Silke Schicktanz vom Institut für Ethik und Geschichte der Medizin an der UMG an die Öffentlichkeit gehen. Sie weiß, dass „Chancen und Risiken der Digitalisierung des Gesundheitswesens bereits vielfältig Thema medizinischer, ethischer und gesellschaftstheoretischer Debatten und Forschung“ sind.

Projekt zur Digitalisierung an der UMG: Diskussion und Reflexion

Ihrer Meinung nach fehlen aber genau die Werkzeuge, die das Projekt bieten soll: „Diskussions- und Reflexionsforen“. Über diese soll der Vielfalt von Ansichten, Werten und Perspektiven von Bürgern und zivilgesellschaftlichen Akteuren gezielt Rechnung getragen werden, so Schicktanz. „Information, Dialog und aktiver Austausch mit der Öffentlichkeit sind dafür unentbehrlich.“

Ab Juli 2021 werden eine sechsteilige öffentliche Ringvorlesung und zwei mehrtägige Bürgerforen im Online-Format stattfinden. Themen sind dabei die unterschiedlichen Auswirkungen von Digitalisierung und der Anwendung von Künstlicher Intelligenz.

Projekt zur Digitalisierung an der UMG: Förderung durch Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Es wird auch um die informationelle Selbstbestimmung bei gleichzeitig zunehmendem Datenfluss, eine allgemeine Zugangsgerechtigkeit sowie die Notwendigkeit digitaler Kompetenzen bei Bürgern und Patienten gehen. Darüber hinaus spielen soziale Kriterien wie Inklusion, Diversität und Teilhabe eine Rolle.

Das Projekt wird vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) aus dem Programm „Zukunftsdiskurse“ über 15 Monate mit 115 000 Euro gefördert. Einzelheiten und Termine zu den Veranstaltungen werden rechtzeitig bekanntgegeben. (Thomas Kopietz)

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