Superhirn für Flugzeugforschung

DLR-Göttingen nimmt drei Millionen Euro teure Anlage in Betrieb 

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Lorenz Tichy (links), Leiter des Instituts für Aeroelastik, DLR-Luftfahrtvorstand Rolf Henke (Mitte) und Dr. Holger Hennings (von links) freuen sich über den neuen Super-Rechner für die Flugzeugforschung. 

Göttingen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen hat einen neuen Super-Rechner für die Flugzeugforschung in Betrieb genommen.

Simulationen

Mit der drei Millionen Euro teuren Großrechenanlage können die Forscher numerische Simulationen vornehmen, die für die Entwicklung künftiger Flugzeuge benötigt werden. Die Leistung des neuen Hochleistungsrechensystems beträgt 239 Tera-Flops. Damit ist es 1500-mal so schnell wie ein normaler PC.

Vielfache Rechenleistung

„Gegenüber unserem bisherigen Cluster hat sich die Rechenleistung vervierfacht“, sagte Dr. Holger Hennings vom DLR-Institut für Aeroelastik. Für die Forscher bieten sich damit neue Möglichkeiten: Je mehr Rechenleistung vorhanden ist, desto detailreicher können sie die physikalischen Vorgänge und Wechselwirkungen simulieren, die beim Fliegen auftreten. „Unser Ziel ist es, mit Computersimulationen der Wirklichkeit des fliegenden Flugzeugs so nahe wie möglich zu kommen“, sagte Dr. Holger Hennings.

Weiterer Baustein

Mit der neuen Großrechenanlage verfügt das DLR über einen weiteren Baustein auf dem Weg zum „virtuellen Produkt“. Darunter verstehen die Forscher die hochgenaue numerisch-mathematische Darstellung eines Fluggeräts mit allen physikalischen Eigenschaften, Funktionen, Herstellungs- und Betriebserfordernissen sowie den möglichen Umwelteinwirkungen.

Führende Einrichtungen

„Das ist ein weiterer Schritt zur Digitalisierung der Luftfahrtforschung“, sagte DLR-Luftfahrtvorstand Professor Rolf Henke. Damit werde das DLR seiner Rolle als eine der europaweit führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der aeroelastischen Simulation gerecht.

Wechselwirkungen

Die Göttinger Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt wollen mit Hilfe des neuen Super-Computers unter anderem die Wechselwirkungen von bewegten Objekten wie beispielsweise Flugzeugflügeln mit der umströmenden Luft erforschen.

Kein Flattern

Dabei geht es vor allem um das so genannte Flattern. Ähnlich wie eine Fahne im Wind können auch Flugzeugflügel anfangen zu flattern, und diesen Effekt gilt es zu vermeiden. Außer bei Flugzeugen tritt das Flatter-Phänomen auch bei Hubschraubern, Turbomaschinen und Windkraftanlagen auf.

Wasserkühlung

Der Hochleistungsrechner braucht viel weniger Platz, ist deutlich leiser und dank einer hochmodernen Warmwasserkühlung auch deutlich energieeffizienter. „Energetisch gesehen ist es momentan das effizienteste System dieser Art in Göttingen“, sagte Hennings. (pid)

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