Vorsicht beim Baden während Corona

DLRG und DRK sind auf Rettungen vor dem Ertrinken vorbereitet 

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Schwimmmeister Rolf Nietzold mit einem Notfallrucksack für Beatmungen während der Corona-Zeit. 

Zu Beginn der Badesaison mahnt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) wegen der Corona-Pandemie zu höchster Vorsicht beim Schwimmen an Stränden und Badeseen. Vor allem bei der Rettung ertrinkender Menschen sei ein enger Körperkontakt unausweichlich.

„Die Retterinnen und Retter sind daher einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt, vor allem bei Maßnahmen der Wiederbelebung“, erklärt Andreas Paatz, Bundesleiter der DRK-Wasserwacht. Die Herz-Wiederbelebung müsse ganz normal durchgeführt werden, so Rolf Nietzold, Schwimmmeister im Freibad am Brauweg in Göttingen und Vorstand der DLRG Ortsgruppe Göttingen. Abstand halten sei in so einer Situation nicht möglich. „Wir setzen Defibrillatoren oder Ambubeutel ein“, erzählt Nietzold. Diese würden sich in einem großen Notfallrucksack befinden. „So sind wir auf alles vorbereitet“, betont er.

Zudem gebe es eine Menge Unterlagen von der DLRG oder Ärzten, wie in den Situationen gehandelt werden soll.

Ein großes Problem sei auch, dass momentan noch keine Schwimmkurse stattfinden können. Rettungsschwimmerkurse jedoch seien möglich. „Bei Partnerübungen müssen die Leute immer nur mit ihrem Partner aus der Familie oder mit der Person, mit der sie zusammen in einem Haushalt leben, üben“, erklärt Nietzold.

Die rund 140 000 ehrenamtlichen Helfer der Wasserwacht sichern 3000 deutsche Badegewässer und retten den DRK-Angaben zufolge jährlich rund 250 Menschen vor dem Ertrinken. Das DRK weist darauf hin, dass in einer Notsituation jeder zur Hilfe verpflichtet ist, sofern er sich nicht selbst in Gefahr bringt. Die Helfer raten, wegen der Corona-Pandemie auf die Mund-zu-Mund-Beatmung zu verzichten und nur eine Herzdruckmassage durchzuführen, bis der Rettungsdienst eingetroffen ist. Der verfügt über spezielle Beatmungsgeräte.  smm/epd

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