Göttingen/Rosdorf

DLRG warnt vor Badespaß ohne Retter in der Region Göttingen: Nicht alle Seen sind freigegeben

Ein großes Herz im Sand am Baggersee bei Rosdorf, darin Kerzen und Blumen
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Trauer am Baggersee bei Rosdorf: Vor sechs Jahren war dort ein junger Asylbewerber ertrunken. Die Polizei schloss Fremdverschulden aus. (Archivfoto)

Die Temperaturen steigen, es lockt der See. Doch die DLRG warnt: Baden in unbewachten Gewässern kann gefährlich sein. Auch, weil es wegen der Pandemie viele ungeübte Schwimmer gibt.

Göttingen/Rosdorf – Bei Temperaturen über 30 Grad Celsius suchen viele Abkühlung – auch an Stellen, die nicht als Badestellen freigegeben sind. Das ist gefährlich.

Er gehört zu den beliebten und gleichzeitig verbotenen Badegewässern: der Kiessee bei Rosdorf. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) warnt deshalb erneut vor dem Badespaß ohne Aufsicht.

Baden in der Region Göttingen: Baden in unbewachten Gewässern gefährlich – tragischer Unfall vor sechs Jahren

An vielen öffentlichen Badestellen sorgen die Retter der DLRG auch in diesen Sommermonaten wieder für die notwendige Sicherheit, aber natürlich nur an bestimmten Gewässern.

Wie gefährlich das Schwimmen in unbewachten Gewässern sein kann, zeigte ein tragischer Vorfall im Rosdorfer Kiessee vor sechs Jahren. Ein damals 19-jähriger Asylbewerber badete in dem See und war plötzlich verschwunden. Einen Tag später wurde er tot von Polizeitauchern in 20 Meter Tiefe auf dem Grund des Baggersees entdeckt. Die Polizei schloss damals ein Fremdverschulden aus.

Baden in der Region Göttingen: Wegen Pandemie weniger Kurse und weniger Übung

Doch es gibt weitere Gründe, warum die Erfrischung im Wasser in diesem Jahr besonders gefährlich sein kann: Wegen der Pandemie mussten zahlreiche geplante Schwimmkurse ausfallen. Deshalb dürfte es gerade unter den Kindern deutlich mehr Nichtschwimmer als sonst geben.

Außerdem haben viele Schwimmer durch die Corona-Krise nicht so viel Training und könnten beim ersten Bad in den Fluten leicht in Schwierigkeiten kommen.

Baden in der Region Göttingen: Viele Rettungsschwimmer noch nicht geimpft

Nicht nur die Schwimmausbildung blieb aus, auch die Aus- und Fortbildung der Rettungsschwimmer wurde aufgrund geschlossener Bäder und örtlicher Regelungen erschwert, so der DLRG-Landesverband Niedersachsen.

Und: „Unsere Rettungsschwimmer sind einer enormen Belastung und hoher Ansteckungsgefahr ausgesetzt, viele sind immer noch nicht geimpft“, sagt DLRG-Pressesprecher Christoph Penning.

Baden in der Region Göttingen: 400 Badestellen in Niedersachsen bewacht

Rund 400 Badestellen in Niedersachsen werden in den Sommermonaten meist an Wochenenden und Feiertagen bewacht. Ob eine Wasserrettungs-Station aktuell besetzt ist, erkennen Badegäste an den DLRG-Flaggen.

In den Landkreisen Göttingen und Northeim werden unter anderem der Wendebachstausee südlich von Göttingen, der Seeburger See im Untereichsfeld, der Juessee in Herzberg sowie der Große Freizeitsee in Northeim im Internet als „EU-Badestellen“ mit ausgezeichneter Wasserqualität ausgewiesen. Weitere Informationen zu dem Thema gibt es im unter zu.hna.de/bade621. (Bernd Schlegel)

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