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Antisemitismus ohne Chance bei Göttigner documenta-Projekt mit Raum, Musik und Texten

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Von: Thomas Kopietz

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documenta 15–Partnerprojekt im Kunsthaus Göttingen: Raum-Installation „Institute to Remember“ von Christoph Heubner und Michele Deodat. Kunsthaus-Geschäftsführerin Dorle Meyer erläutert
documenta 15–Partnerprojekt im Kunsthaus Göttingen: Raum-Installation „Institute to Remember“ von Christoph Heubner und Michele Deodat. Kunsthaus-Geschäftsführerin Dorle Meyer erläutert © Thomas Kopietz

Die Göttinger documanta-15-partnerprojekte sind frei von der Antisemitismus-Kritik. Im Gegenteil. Es gibt gar einen Raum des Nichtvergessens an Auschwitz.

Göttingen - Das Thema ist bei der documenta 15 - nicht gerade unverschuldet seitens der Macher -allgegenwärtig: Antisemitismus. Göttingen ist mit zwei Projekten erstmals Partner der documenta und hat Rassismus, Antisemitismus und Holocaust thematisiert – in einem Raum im Kunsthaus, wo weitere neun Künstler an documenta-15-Projekten arbeiten.

Göttinger documenta-15-Projekt: Institut des Erinnerns von Heubner und Deodat

„Institute to Remember“, heitß der Raum, den der Schriftsteller Christoph Heubner mit Michele Deodat gestaltet hat. Es geht auch darum, das Grauen Auschwitz und die Folgen nie zu vergessen. Und: Heubner wird am Samstag, 2. Juli, ab 18 Uhr aus seinen Erzählungen im Literaturhaus lesen.

Göttinger documenta-15-projekt: Heubner hat den Auschwitz-Überlebenden zugehört

Von Ameisen, Oliven und einem Stück Margarinepapier erzählt Christoph Heubner und von dem, was Menschen „dort“ in Auschwitz angetan wurde und wie sie „danach“ weiterleben. Mehr als vier Jahrzehnte hat Heubner KZ-Überlebende begleitet und ihnen zugehört: Wenn sie berichten von ihrem Lebensglück und ihrem Lebensschmerz nach dem Überleben, von Bildern, Gerüchen und Erinnerungen, die sie ihr ganzes Leben lang nicht vergessen können und ihrer Gewissheit auch für die sprechen zu müssen, die nicht mehr sprechen können. Heubners Erzählungsbände „Ich sehe Hunde, die an der Leine reißen“ und „Durch die Knochen bis ins Herz“ sind im Göttinger Steidl Verlag erschienen. Ein dritter Band ist in Vorbereitung.

Die Thematik seiner Bücher spiegelt auch die Ausstellung „Institute to Remember“, die Christoph Heubner mit Michèle Déodat konzipiert hat und die im Rahmen der documenta-Partnerausstellung „Printing Futures“ im Kunsthaus Göttingen – kuratiert von Gerhard Steidl – zu sehen ist.

Göttinger documenta-15-Projekt: Samstag Lesung und Musik mit Heubner im Literaturhaus

Das „Trio to Remember“ aus Kassel – Natsuko Inada, Klavier, Detlef Landeck, Posaune, Jens Dembowski, Saxophon– gestaltet mit Christoph Heubner den Samstagabend im Literaturhaus und nimmt die Themen seiner Erzählungen in berührender Weise musikalisch auf.

Christoph Heubner, Jahrgang 1949, lebt als Schriftsteller und Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees in Berlin. Er ist Mitbegründer der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oswiecim/Auschwitz. (Thomas Kopietz)

Karten und Einlass für Samstag-Veranstaltung im Literaturhaus

Die Veranstaltung findet im neuen Literaturhaus, Nikolaistr. 22, 37073 Göttingen statt. Einlass ab 17.30 Uhr, Kartenreservierung unter info@kunsthaus-goettingen.de

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