DOG-Südniedersachsen: Hamburg-Aus ist schade für den deutschen Sport

Bedauert Nein-Votum in Hamburg: Prof. Dr. Wolfgang Buss von der Deutschen Olympischen Gesellschaft Südniedersachsen. Foto: nh

Göttingen. Das mehrheitliche Nein der Hamburger zur Olympiabewerbung 2024 hat eine negative Wirkung auf den deutschen Sport insgesamt, aber auch für den Breitensport, so die Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG) Bezirksgruppe Göttingen/Südniedersachsen.

Man bedauere die Entscheidung nachhaltig, heißt es in einer Pressemitteilung. „Wir akzeptieren das demokratisches Votum“, sagt der Vorsitzende Prof. Dr. Wolfgang Buss, der in einer Olympia-Bewerbung die Möglichkeiten höher einschätzt hätte als die negativen Auswirkungen. „Die Chance, mit der Hamburger Bewerbung einen breiten und tragenden neuen Impuls für die Sportentwicklung in Deutschland zu setzen, ist zunächst einmal für Jahrzehnte in Frage gestellt.“

Dass von einem Spitzensportereignis wie den Olympischen Spielen neben dem Spitzensport auch der Breitensport in Deutschland profitiert hätte, ist für die DOG-Bezirksgruppe unstrittig. Der Zusammenhang sei weiter von großer Bedeutung: „Der Breitensport braucht auch in Zukunft Vorbilder aus dem Spitzensport.“

Breitensport braucht Idole

Gleichwohl sehen der Sportwissenschaftler Buss und die DOG-Verantwortlichen auch die Negativentwicklung im Sport wie die zunehmende Kommerzialisierung mit einer Ausrichtung nur noch auf eine Gewinnmaximierung – allerdings vergleichbar mit anderen wirtschaftlichen Bereichen – bis hin zu untolerierbaren Prozessen der Korruption wie jetzt beim Weltfußballverband und zuvor im Internationalen Olympischen Komitee. All das sei extrem negativ für den Sport und habe die Vorbehalte in der Bevölkerung verstärkt. Diese spiegelten sich in Deutschland in den ablehnenden Voten für die Winterspiele in München/Garmisch und jetzt für die Sommerspiele in Hamburg wider.

Dennoch dürfe das nicht dazu führen, die unzweifelhaften Werte des Sports in den Schatten zu stellen. Man müsse trotz der insgesamt schwierigen Situation im Sport weltweit das so wertvolle humane Gut im Sinne seiner Grundidee einer friedlichen, humanen, völkerverbindend Begegnung der Menschen auch angesichts von Defiziten und Rückschlägen mutig weiterentwickeln.

„Die Olympischen Spiele hätten Hamburg und dem Deutschen Sport – trotz der Zweifel und Bedenken – gut getan“, sagt Buss, der weitere Ursachen für das Nein nennt: „Die Befürworter und Organisatoren haben zuletzt zu wenig getan.“ Die Zweifler indes hätten durch den FIFA-Skandal um Josef Blatter und die Terroranschläge in Paris sowie eine nicht vorhandene Finanzierungszusage durch die Bundesregierung Aufwind bekommen. Deutschland könne sich nun vorerst nicht als weltoffenes Land präsentieren.

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