Doktortitel: Neue Standards für Promotionen

Göttingen/Hannover. An Niedersachsens Hochschulen gelten künftig neue Qualitätsstandards für die Erlangung des akademischen Doktor-Grads. Die wissenschaftliche Begleitung der Doktoranden bei ihrer Promotion solle so verbessert werden, kündigte Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic am Montag an.

„Die Hochschulen setzen gemeinsam mit der Landesregierung mit den Leitlinien ein starkes Signal, dass sie sich der Verantwortung für den wissenschaftlichen Nachwuchs bewusst sind“, erklärte die Grünen-Politikerin.

Bei den Leitlinien handele es sich allerdings nur um einen Orientierungsrahmen, nicht um Verordnungen, betonte der Vorsitzende der Landeshochschulkonferenz, Jürgen Hesselbach: „Wir wollen Rahmenbedingungen schaffen, die das hohe Qualitätsniveau der Promotion und somit auch die guten Bedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs sichern.“ Die neuen Leitlinien wurden unter der Leitung der Präsidentin der Universität Göttingen, Ulrike Beisiegel, von einer Arbeitsgruppe vorbereitet. Die Präsidentin bezeichnet die neuen Standards als „Meilenstein in der Gestaltung der Promotionsverfahren in Niedersachsen“.

Die Leitlinien sollen sowohl die Qualität von Promotionsverfahren sichern als auch die Betreuung für den wissenschaftlichen Nachwuchs verbessern. Zudem sollen eine höhere Transparenz und Verbindlichkeit der Promotionsverfahren garantiert werden. Die neuen Qualitätsstandards sind eine Folge der durch die Plagiatsvorwürfe der vergangenen Jahre angestoßenen Debatte. Sie waren auch zentrale Ziele des 2013 zwischen Land und Hochschulen geschlossenen Hochschulentwicklungsvertrags und greifen zentrale Empfehlungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Hochschulrektorenkonferenz und des Wissenschaftsrates auf. (lni/bsc)

Die Richtlinien auf einen Blick

Zu den Kernpunkten der neuen Promotionsrichtlinien in Niedersachsen gehören:

• Die Annahme zur Promotion erfolgt in einem transparenten Auswahlverfahren durch einen Promotionsausschuss. Ein Promotionskomitee soll als Ansprechpartner für die Doktorandinnen und Doktoranden dienen, das die Promotionen verstärkt inhaltlich begleitet.

• Eine schriftliche Betreuungsvereinbarung mit jeder Doktorandin und jedem Doktoranden, die unter anderem regelmäßige Betreuungsgespräche vorsieht und den Begutachtungszeitraum festlegt. Die Hochschullehrerinnen und -lehrer verpflichten sich, angemessene Zeit für die Betreuung aufzubringen, was sich auf die Zahl der Doktorandinnen und Doktoranden auswirkt.

• Gemeinsame Promotionsvorhaben mit anderen Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind erwünscht.

• Unterstützung beim Aufbau einer eigenen Interessenvertretung der Promovierenden.

• Die Möglichkeit, Doktoranden eine eidesstattliche Versicherung über die Eigenständigkeit der erbrachten wissenschaftlichen Leistungen abzunehmen. Entsprechende Regelungen sollen in das Niedersächsische Hochschulgesetz aufgenommen werden.

• Besondere Unterstützung ausländischer Doktorandinnen und Doktoranden. (bsc)

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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