Wahl 2021 in Göttingen

Doreen Fragel will für die Grünen Oberbürgermeisterin werden

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Voraussichtlich Kandidatin der Grünen: Doreen Fragel will Oberbürgermeisterin in Göttingen werden. Foto:Luka Gorjup/nh

Eine Kommission hat für die Grünen Doreen Fragel als mögliche Oberbürgermeister-Kandidatin vorgeschlagen.

Göttingen – Die parteilose Juristin Doreen Fragel (44) will für die Grünen bei der Göttinger Oberbürgermeisterwahl 2021 antreten. Die Findungskommission des Stadtverbands schlägt die Geschäftsführerin der Energieagentur Region Göttingen als Kandidatin vor. Die Entscheidung liegt bei der Wahlversammlung der 440 Göttinger Grünen, die am Donnerstag, 29. Oktober, in der Musa zusammentritt.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit will Doreen Fragel als Querschnittsthema im Handeln der Stadtverwaltung verankern, erklärte die 44-Jährige am Freitag bei einem Pressetermin im Lokal Amavi. Als ihre Themen nannte sie die Schaffung von Wohnraum und die Stärkung der Quartiersbildung. Bei der Mobilität soll der Fokus auf alle Verkehrsteilnehmer gerichtet sein. Ziele in der Stadt müssten sich mit dem Kinderwagen und dem Rollator erreichen lassen, forderte die verheiratete Mutter von zwei Kindern (elf und 14 Jahre).

Doreen Fragel setzt sich für grüne Gewerbegebiete ein und will „das viele Know-how“ in der Universitätsstadt stärker als bisher für die Region nutzbar machen. In die Details ging die Juristin nicht. Nach ihrer Ernennung zur Kandidatin würde sie mit der Partei zusammen ein Wahlprogramm erarbeiten.

Ute Reichmann vom Stadtverbandsvorstand würdigte Fragel als „integrative Persönlichkeit“, die als Geschäftsführerin unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen für gemeinsame Projekte gewinne und diese durchzusetzen wisse. Die Juristin sei „glaubwürdig“, „kompetent“ und verfolge die grüne Agenda „mit Herzblut“.

Felix Hoetker von der Grünen Jugend nannte Fragel eine „überzeugte Demokratin und Antifaschistin“. Er freue sich, dass eine „junge Frau“ und kein „alter Mann“ für das Amt kandidieren wolle. Sie sei, ergänzte Fragel, zu DDR-Zeiten in Göttingens Partnerstadt Wittenberg aufgewachsen und wisse daher aus eigener Erfahrung, dass Demokratie nicht selbstverständlich sei.

Seit 1996 lebt Fragel in Göttingen, wo sie studiert hat. Beim Landkreis Göttingen sammelte sie Verwaltungserfahrung, war für die Förderung des ländlichen Raums sowie kleiner und mittelständischer Unternehmen zuständig. 2010 übernahm sie die Geschäftsleitung der neu gegründeten Energieagentur, die heute 14 Mitarbeiter beschäftigt.

In „unzähligen Ausschuss- und Ratssitzungen“ habe sie als „Teamplayerin und Netzwerkerin“ für konkrete Klimaschutzprojekte geworben und diese gemeinsam mit ganz unterschiedlichen Akteuren umgesetzt, berichtete Fragel.

Das Amt des Oberbürgermeisters, in dem sie 2000 Mitarbeitern vorstehen würde, betrachte sie „mit Respekt“. Angesichts der vorhandenen Dezernentenstruktur sei sie aber „nicht scheu und bange“, sondern freue sich auf diese Aufgabe. Von Michael Caspar

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