Erste Hilfe bei Vergiftungen und Drogennotfällen

Gift-Info-Zentralen arbeiten nachts zusammen - Uni Göttingen dabei

Info-Stelle: Giftinformationszentrum-Nord am Universitätsklinikum Göttingen. Foto: Kopietz

Göttingen/Freiburg. Drei Gift-Informationszentralen arbeiten bei Nachtdienst zusammen. Beteiligt ist auch das Giftinformationszentrum Nord (GIZ-Nord) der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

Im Wechsel übernimmt ein Zentrum die Beratung für die Anrufer aus neun Bundesländern.

Dort arbeiten die Gift-Experten in Nachtdiensten bereits seit längerem mit den Kollegen aus Freiburg (Baden-Würtemberg) zusammen, wie der Pressesprecher der UMG, Stefan Weller, berichtet: In den Nachstunden betreuen das GIZ Nord und die Einrichtung in Erfurt im Wechsel die Anrufer aus den betreuten Bundesländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. „Das funktioniert“, sagt Weller.

Seit Anfang des Jahres hat sich das Giftinformationszentrum in Freiburg eingeklinkt. Die eingehenden nächtlichen Anfragen werden jeweils in einem der Zentren gebündelt, von den anderen per Rufumleitung weitergeleitet. Ein Gift-Experte übernimmt dann den Nachtdienst, beantwortet die Fragen.

Generell beantworten Experten aus Medizin, Pharmazie und Chemie in den Zentren Fragen zu Vergiftungen und Drogennotfällen sowie zu gefährlichen Inhaltsstoffen von Produkten.

Außerdem helfen die Experten bei Fragen zu Medikamenten in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie zu Wechsel- und Nebenwirkungen von Arzneimitteln.

Wie wichtig die Giftinformationszentren sind, zeigt ein Blick in die Statistik: Im Göttinger GIZ-Nord gingen 2013 knapp 36.500 Anfragen ein. Bei drastischen Fällen wird sofort die Behandlung empfohlen. In 32.000 Fällen lag der Verdacht auf eine Vergiftung vor, 14.000 davon betrafen Kinder im Alter bis zu vier Jahren. Die größten Gefahren für Kinder stellen dabei chemische Produkte, Arzneimittel und Pflanzen dar.

In Freiburg werden nach Auskunft der Universität pro Jahr etwa 22.000 Anfragen bearbeitet. Mehr als 80 Prozent kommen aus dem häuslichen Bereich.

Insgesamt gibt es in Deutschland acht Gift-Informationszentren. (tko/epd)

• Giftinformationszentrum Nord (GiZ-Nord) für die Länder Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen; Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen, Tel. 0551/19240; Internet: www.giz-nord.de; E-Mail: giznord@giznord.de

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.