Dringlichkeitsantrag von Kritikern

Stadthalle: Göttinger Rat stoppt Sanierung schon vor dem Start

Sanierungsfall Stadthalle Göttingen: Angesichts steigender Kosten soll jetzt auch ein von der Stadt nicht geplanter Neubau diskutiert werden. Foto: Thomas Kopietz

Göttingen - An der Göttinger Stadthalle herrscht Baustopp vor dem Baubeginn: Der Rat nahm mehrheitlich einen Antrag von Kritikern an, die auch eine Alternativplanung 

Auf dem Kessel „Sanierung der Stadthalle“ ist gehörig Druck: Der Rat der Stadt hat am Freitag mehrheitlich einem Dringlichkeitsantrag von mehreren Fraktionen, Gruppen und Einzelabgeordneten zugestimmt: Die Sanierungsarbeiten an der Stadthalle werden – kurz vor dem Beginn – eingefroren. Hintergrund sind explodierende Kosten von 30 Millionen Euro für die Sanierung, keine vorliegenden Alternativplanungen für den Neubau an verschiedenen Standorten und möglicherweise weiteren Zusatzkosten, so für die Umgestaltung des Stadthallen-Umfeldes.

Die Kritiker kommen nun auch aus Reihen im Rat, aus denen bei den vor vielen Jahren gestarteten Planungen zur Sanierung noch Zustimmung kam. Das wird in dem Antrag deutlich. So schließen sich auch die Grünen an. Jetzt sollen Kultur- und Bauausschuss gemeinsam damit befasst werden.

Für Aufsehen sorgte ein offener Brief, der zeitnah zur Ratssitzung als Anzeige im Göttinger Tageblatt veröffentlicht wurde. Darin fordern 55 Geschäftsleute und Vertreter der Kulturszene in Südniedersachsen die Ratsmitglieder auf, den sofortigen Stopp der Sanierung zu beschließen. Im Hintergrund sollen auch weitere Personen unterstützend stehen. Zu den Unterzeichnern gehören auch die Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler (CDU) und Konstantin Kuhle (FDP) sowie Olaf Feuerstein, CDU-Fraktionschef im Rat.

Die Christdemokraten hatten bei einer Aktion am Markt die Meinung von Bürgern eingeholt. Eine Mehrheit sprach sich dabei für einen Neubau aus.

Die Stadt beschwichtigt derweil: „Für uns hat sich an der Sachlage, die wir schon vor zwei Wochen vorgestellt haben, nichts verändert“, sagte Pressesprecher Dominik Kimyon. Diskutiert werden dürfte in den nächsten Tagen auch ein offener Brief des Ex-GWG-Geschäftsführers und Konzertveranstalters Michael Thenner. Er stellt die Fragen, die sich viele Göttinger stellen, die viele Politiker – voran die Sozialdemokraten – aber bislang nicht in den Vordergrund schoben. Damit ist es vorbei. tko/bsc

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