Westwache

Dritte Wache für Berufsfeuerwehr in Göttingen: Kooperation zwischen Stadt und Sartorius

Feuerwehrdezernent Christian Schmetz, Thomas Münter (Leiter Bau- und Gebäudemanagement Sartorius) und Thorsten Rath, Leiter der neuen Westwache stehen vor der Feuerwache, im Hintergrund ein Auto und das Hilfeleistungslöschfahrzeug
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Stellten die neue Westwache vor: (von links) Feuerwehrdezernent Christian Schmetz, Thomas Münter (Leiter Bau- und Gebäudemanagement Sartorius) und Thorsten Rath, Leiter der neuen Westwache, vor dem Hilfeleistungslöschfahrzeug.

Die neue Feuerwache auf dem Sartorius-Campus gibt es in Göttingen seit April, nun wurde sie offiziell vorgestellt.

Göttingen - Bereits seit dem 12. April betreibt die Göttinger Berufsfeuerwehr eine dritte Wache im Stadtgebiet, Jetzt wurde diese offiziell vorgestellt. Standort der sogenannten Westwache ist auf dem Sartorius Campus, und zwar auf dem alten Telekom-Gelände an der August-Spindler-Straße.

Von dort aus wird der Brandschutz für den Firmenkomplex von Sartorius und das gesamte westliche Stadtgebiet von Göttingen sichergestellt.

„Das ist ein erfolgversprechendes Projekt“, freut sich Feuerwehrdezernent Christian Schmetz. Er nennt es eine Win-win-Situation, sowohl für Sartorius als auch für die Stadt. „Bei Sartorius wird der Brandschutz verstärkt, andererseits sind wir im Westen des Stadtgebietes dauerhaft für kommunale Einsätze präsent, sodass hier die Hilfsfristen optimiert werden konnten.“

Neue Feuerwache in Göttingen: Nähe zur Autobahn

Vorher benötigte der Löschzug der Berufsfeuerwehr eine Anfahrtszeit von zehn bis zwölf Minuten zu Sartorius, auch die Feuerwache Klinikum war mit ihrem Löschfahrzeug erst nach rund sieben Minuten vor Ort. Bei einem Brand ist das eine lange Zeit. Auch die Nähe zur Autobahn ist ein großer Vorteil des neuen Standortes.

Während die Stadt das Feuerwehrpersonal, das Löschfahrzeug und die Gerätschaften bereitstellt, ist Sartorius für das Gebäude verantwortlich. Über den genauen Geldbetrag, den Sartorius zusätzlich an die Stadt zahlt, wollte man keine Auskunft geben.

Ein ganz ähnliches Modell gibt es in Göttingen bereits seit vielen Jahren mit der Feuerwache Klinikum, einer Kooperation zwischen Stadt und Universität.

Neue Feuerwache in Göttingen: Bisher 87 Einsätze

In dem zum Feuerwehrgebäude umgebauten und sanierten Gebäude steht ein Hilfeleistungslöschfahrzeug, das zuvor im Löschzug auf der Hauptfeuerwache mitgefahren ist, sowie ein Einsatzleitwagen. Das sogenannte „HLF West“ besetzen sechs Feuerwehrbeamte, die rund um die Uhr im 24-Stunden-Schichtdienst vor Ort sind.

„Seit Inbetriebnahme wurden bereits 87 Einsätze gefahren“, verrät Thorsten Rath, Leiter der neuen Westwache. Das sind fast zwei Einsätze am Tag.

Neue Feuerwache in Göttingen: Rendezvous-Verfahren

Alarmiert wird das Feuerwehrfahrzeug im Göttinger Westen immer parallel zum Löschzug der Hauptwache an der Breslauer Straße. So kann es also sein, dass das HLF West auch zu einem Einsatz nach Geismar gerufen wird. „Das sogenannte Rendezvous-Verfahren bietet viele Vorteile“, sagt Dr. Martin Schäfer, Leiter der Berufsfeuerwehr Göttingen.

Nicht vernachlässigt werden die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Göttingen, versichert Schäfer. Bei jedem Brandeinsatz werden diese nach wie vor mitalarmiert. Und wenn das Löschfahrzeug der Westwache einmal längere Zeit im Einsatz ist, übernehmen die Freiwilligen den Brandschutz.

Neue Feuerwache in Göttingen: Langfristiges Ziel

Feuerwehrdezernent Schmetz: „Die jetzige Lösung ist sozusagen eine Übergangswache. Das langfristige Ziel der Stadt ist es, im Westen eine komplett neue Westwache zu bauen. Dann jedoch nicht direkt auf dem Sartorius-Areal, aber in unmittelbarer Nähe.“

Thomas Münter, Leiter des Bau- und Gebäudemanagements der Firma Sartorius, erklärt, dass das Unternehmen Sartorius ohnehin vermutlich ab Ende 2022 die Auflage bekommen wird, eine Werkfeuerwehr aufzustellen.

Neue Feuerwache in Göttingen: Großer Personalbedarf

Vertraglich festgeschrieben sei auch, so Wachleiter Thorsten Rath, dass das Personal der Berufsfeuerwehr Arbeiten für Sartorius übernehme. Dies könnten Brandschutzwachen oder Ausbildungsdienste sein. Die sechs Feuerwehrbeamten werden im Rotationsprinzip mit dem Personal der Hauptwache ausgetauscht.

Berufsfeuerwehr-Chef Schäfer: „Wir müssen in Zukunft weiter ausbilden, denn wir haben nach wie vor einen großen Personalbedarf.“ (Stefan Rampfel)

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