Prozess vor dem Landgericht Göttingen

Drogen an Minderjährige verkauft: 22-monatige Bewährungsstrafe gefordert

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Marihuana: Ein 49-Jähriger soll Drogen an Minderjährige verkauft haben. Deshalb steht er vor Gericht.

Göttingen/Uslar. Weil er Drogen an Minderjährige verkauft haben soll, soll ein 49-jähriger Mann aus Uslar eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten erhalten. Das hat die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht Göttingen gefordert.

Die Strafe könne zur Bewährung ausgesetzt werden. Als Auflage solle der Angeklagte unter anderem 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Der Angeklagte habe sich der unerlaubten Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige sowie des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln schuldig gemacht. Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft dem 49-Jährigen rund 50 Taten vorgeworfen.

Ein Tatvorwurf lautete, dass er einen damals elf Jahre alten Jungen überredet habe, für ihn Marihuana und andere Drogen zu verkaufen. Weil der Junge vor Gericht jedoch eine ganz andere Version lieferte als bei seinen früheren Vernehmungen, ließ sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in diesen Fällen kein Tatnachweis führen, so dass es in 26 Fällen einen Freispruch geben müsse.

Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn noch alle Vorwürfe abgestritten und nur eingeräumt, die Kräuterdroge „Spice“ weitergegeben zu haben. Zum Ende des Verfahrens hatte er dann aber eingestanden, wiederholt Marihuana verkauft zu haben. Er habe gewusst, dass die Abnehmer minderjährig gewesen seien, sagte der Staatsanwalt. Seine Abnehmer seien allesamt nicht „betäubungsmittel-unerfahren“ gewesen und hätten den Unterschied zwischen Marihuana und Spice gekannt. Eine Zeugin habe gesagt: „Klar weiß ich das, mein Vater kifft doch auch.“

Geständnis

Die Staatsanwaltschaft hielt dem Angeklagten sein spätes Geständnis ebenso zugute wie seine Bereitschaft zur Aufklärung. Der 49-Jährige habe gegenüber der Polizei weitgehende Angaben zum „Betäubungsmittelumfeld“ in Uslar gemacht. Insgesamt handele es sich um einen minder schweren Fall.

Die Verteidigung plädierte in ihrem Plädoyer auf eine Bewährungsstrafe von einem Jahr. Das Gericht will sein Urteil Anfang November verkünden.

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