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Drogen-Razzia in Göttingen: Fahnder finden kiloweise Rauschgift – drei Männer in Haft

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Von: Thomas Kopietz, Heidi Niemann

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Schlag gegen die Drogenkriminalität in Berlin und Göttingen: Bei einer zeitgleichen Razzia stellen Fahnder in der Uni-Stadt kiloweise Drogen sicher.

Göttingen/Berlin – Bei 13 Durchsuchungen in Göttingen, auch im Iduna-Zentrum, wurden große Mengen Drogen gefunden und in der Uni-Stadt drei mutmaßliche Dealer festgenommen.

Unter anderem wurden 15 Kilogramm Amphetamine, etwa fünf Kilo Marihuana und Ecstasy sowie große Mengen Kokain entdeckt, teilte am Donnerstag (25. November) der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, Mohamed Bou Sleiman, mit.

Drogen-Razzia in Göttingen und Berlin: 15 Kilogramm Amphetamine gefunden

Brennpunkt – auch für Drogenkriminalität: Der Hochhauskomplex Iduna-Zentrum am Rande der Göttinger Innenstadt. Archivfoto: Thomas Kopietz
Brennpunkt – auch für Drogenkriminalität: Der Hochhauskomplex Iduna-Zentrum am Rande der Göttinger Innenstadt. Archivfoto: Thomas Kopietz © Thomas Kopietz

Bei der Durchsuchungsaktion, die frühmorgens zeitgleich in Göttingen und Berlin stattfand, wurden in Göttingen drei Männer im Alter von 33, 34 und 37 Jahren festgenommen. Inzwischen habe das Amtsgericht Göttingen auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen alle drei Männer einen Haftbefehl erlassen, sagte Bou Sleiman. Die Männer saßen am Donnerstag in Untersuchungshaft.

Insgesamt gab es 18 Durchsuchungen, 13 davon in Göttingen und dort auch im Hochhaus-Komplex Iduna-Zentrum. Dabei stießen die Fahnder auch auf eine Cannabisplantage mit mehr als 100 Pflanzen in unterschiedlichen Wachstumsstadien. Zudem beschlagnahmten die Beamten neben digitalen Datenträgern auch rund 55.000 Euro Bargeld sowie ein Auto im Wert von schätzungsweise 20.000 Euro.

Ermittlungen der Drogenfahnder laufen schon seit 2020

Spezialisten der Zentralen Kriminalinspektion (ZKI) der Polizeidirektion Göttingen hatten bereits seit dem Frühjahr 2020 gegen mehrere Beschuldigte in Göttingen und Berlin wegen des Verdachts des Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge ermittelt – in verdeckten Verfahren, wie die Polizeidirektion Göttingen und die Staatsanwaltschaft mitteilen.

Erfolg ist die Folge der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit der Polizeidirektion und Staatsanwaltschaft Göttingen mit der Landespolizei Berlin.

Thomas Breyer

Im Mai gelang den Ermittlern ein erster Erfolg: Damals habe man insgesamt zehn Kilo Marihuana zu einem Einkaufswert von 40 000 Euro beschlagnahmen können, sagte Staatsanwalt-Sprecher Bou Sleiman. Nach den Erkenntnissen der Ermittler seien die beschlagnahmten Drogen einem der jetzt verhafteten Beschuldigten zuzuordnen.

Ermittlungserfolg eine Folge enger Zusammenarbeit

Der Leiter der Zentralen Kriminalinspektion der Polizeidirektion Göttingen, Kriminaldirektor Thomas Breyer, weist darauf hin, dass dieser Schlag gegen die Betäubungsmittelkriminalität „letztlich die Folge der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit der Zentralen Kriminalinspektion der Polizeidirektion Göttingen mit der Staatsanwaltschaft Göttingen sowie den Drogenfahndern der Polizeiinspektion Göttingen und der Landespolizei Berlin gewesen ist“. (Heidi Niemann/Thomas Kopietz)

Verwandte Themen: Auf der Bordtoilette eines InterCity ist ein Paket mit 223 Gramm Kokain gefunden worden, der Zug war in Niedersachsen unterwegs. Die Polizei findet bei Kontrollen auf Schulhöfen in Niedersachsen Drogen und Utensilien für den Konsum. Ende 2021 brennt es im 11. Stock des Hochhauses Iduna-Zentrum am Maschmühlenweg in Göttingen, ein Bewohner musste ins Krankenhaus.

Brennpunkt Iduna-Zentrum

Das Iduna-Zentrum am Maschmühlenweg/Weender Landstraße in Göttingen steht oft im Fokus: Als Beispiel für Immobilien-Spekulationen, als sozialer Brennpunkt, als Ort für Gewalttaten, für dubiose Geschäfte und Drogenkriminalität. Wöchentlich kommt es zu mehreren Polizei- und Feuerwehreinsätzen, oft sind es Fehlalarmierungen.

2020 war es der erste große Gebäudekomplex Deutschlands, in dem das Corona-Virus ausbrach. Die Stadt verhängte eine Quarantäne, richtete ein Testzentrum in der Tiefgarage ein. Gleichwohl gibt es seit langem auch öffentliche Angebote, so eine qualifizierte Kinderbetreuung und die Hilfe der Straßensozialarbeit-Mitarbeiter.

Auch die Tafel liefert zeitweise Lebensmittel. 2022 hat ein 24-Stunden-Sicherheitskonzept mit Kontrollen an den Eingängen zu einer Beruhigung der Situation in und um den Komplex geführt, in dem auch Drogenabhängige leben.

Folge der Kontrollen war aber auch, dass abseits des Geländes gedealt wurde. Teils verzweifelte „Kunden“ nahmen über Zeichen und Rufe Kontakt zu ihren „Lieferanten“ auf. Jetzt handelten die Fahnder. (Thomas Kopietz)

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