Prozess vor Landgericht Göttingen

Drogen-Schmuggel im Knast: Ehefrauen und Freundinnen sollen Ware eingeschleust haben

Die Justizvollzugsanstalt Rosdorf (Kreis Göttingen): Dort sollen Drogen eingeschleust worden sein. (Archivfoto)
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Die Justizvollzugsanstalt Rosdorf (Kreis Göttingen): Dort sollen Drogen eingeschleust worden sein. (Archivfoto)

Zu einem Prozess wegen Drogenschmuggels in der JVA Rosdorf kommt es nun vor dem Landgericht Göttingen. Die Angeklagten sollen auch mit Drogen gehandelt haben.

Göttingen/Rosdorf – Vor dem Landgericht Göttingen hat am Freitag (14.05.2021) ein weiterer Prozess um illegale Drogengeschäfte in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf begonnen. Angeklagt sind zwei 32 Jahre alte Männer aus Goslar und Delmenhorst, die derzeit wegen anderer Delikte in Strafhaft sitzen, sowie eine 24 Jahre alte Frau aus Goslar.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, zwischen Oktober 2019 und Anfang März 2020 gewerbsmäßig mit einem so genannten neuen psychoaktiven Stoff Handel getrieben beziehungsweise dazu Beihilfe geleistet zu haben.

JVA Rosdorf (Kreis Göttingen): Angeklagte sollen Drogen ins Gefängnis geschmuggelt haben

Laut Anklage soll der 32-jährige aus Goslar, der damals in der JVA Rosdorf inhaftiert war, im September 2019 gemeinsam mit der 24-Jährigen den Plan gefasst haben, eine dem „Neuen-psychoaktive-Stoffe-Gesetz“ unterliegende Substanz für die Herstellung von synthetischen Drogen in die Haftanstalt einzuschmuggeln.

Dieser Grundstoff sollte dann dort aufbereitet und anschließend als „Spice“ gewinnbringend an Mitgefangene weiterverkauft werden. Nach den Erkenntnissen der Ermittler sollten aus einem Gramm des Grundstoffes 50 Gramm des konsumfähigen Endprodukts hergestellt werden.

Kreis Göttingen: Drogen in Knast eingeschleust - 38-Jährige Anfang Mai verurteilt

Aufgabe der 24-Jährigen sei es gewesen, den Grundstoff bei einer 38-jährigen Frau aus Göttingen zu erwerben, heißt es in der Anklage.

Die bereits einschlägig vorbestrafte 38-Jährige war in einem ersten Prozess Anfang Mai vom Landgericht Göttingen wegen gewerbsmäßigen unerlaubten Handeltreibens mit neuen psychoaktiven Stoffen (NpS) in elf Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt worden.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die Angeklagte elf Mal über das Internet bei Anbietern in Polen sogenannte neue psychoaktive Stoffe bestellt hatte, um diese anschließend gewinnbringend weiterzuverkaufen.

Drogen-Handel in JVA Rosdorf (Kreis Göttingen) - Verkäufe in Höhe von 75.000 Euro

Die Drogen seien dann anschließend über Dritte – häufig über Ehefrauen oder Freundinnen von Häftlingen – in verschiedene Justizvollzugsanstalten eingeschleust worden.

Laut Anklage sollen der 32-jährige JVA-Insasse aus Goslar und die 24-Jährige mit diesen Drogenverkäufen mindestens 75 000 Euro erlangt haben. Dieser Betrag sollte von den Angeklagten eingezogen werden. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt. (Heidi Niemann)

Erst vergangenen Monat fasste die Polizei einen Mann in Göttingen wegen unerlaubten Handels mit Drogen. Mit dem Göttingen-Newsletter verpassen Sie keine Nachrichten aus der Region.

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