Prozess vor dem Landgericht

Drogenhandel: Anklage fordert sechs Jahre Haft für 62-Jährigen

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Das Landgericht Göttingen: Hier soll am Donnerstag das Urteil in dem Prozess um Drogenhandel fallen.  

Göttingen/Adelebsen. Ein 62-jähriger Mann aus Adelebsen soll wegen bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren erhalten.

Das hat am Dienstag die Staatsanwaltschaft in ihrem Schlussplädoyer vor dem Landgericht Göttingen gefordert. Die Verteidigung plädierte dagegen in dem seit Januar laufenden Drogenprozess auf eine milde Strafe. Der Angeklagte habe den überwiegenden Teil der bei ihm aufgefundenen Drogen für den Eigenbedarf beschafft und sich somit nur des Erwerbs und des Besitzes von Betäubungsmitteln schuldig gemacht. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung sprachen sich dafür aus, zusätzlich auch die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt anzuordnen.

Die Polizei hatte im April 2015 bei einer Durchsuchung im Wohnhaus des Angeklagten mehr als 400 Gramm Cannabis-Pflanzenteile, Marihuana und Marihuana-Blüten sichergestellt, außerdem zwei Haschischplatten mit einem Gewicht von 190 Gramm. Außerdem stießen die Beamten in seinem Wohnzimmer auf ein funktionsfähiges Gewehr, das an einen Schrank gelehnt war. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wollte der bereits einschlägig vorbestrafte gelernte Maurer und Zimmermann den überwiegenden Teil der Drogen gewinnbringend verkaufen. Den Ermittlungen der Polizei zufolge habe sich der 62-Jährige mehrere Dutzend Male mit einem Drogenhändler getroffen, in 18 Fällen habe eine Übergabe von Betäubungsmitteln stattgefunden.

Urteil am Donnerstag

Die Verteidigung machte dagegen geltend, dass der 62-Jährige seit Jahrzehnten stark drogenabhängig sei und die Betäubungsmittel überwiegend selbst konsumiert habe. Von den harten Drogen sei der Angeklagte inzwischen weg. Jetzt nehme er nur noch Cannabis, das er auch zur Schmerzlinderung verwende. Der 62-Jährige leidet an einer Lungenerkrankung, deshalb ist er jeweils mit einem Rollator und einem mobilen Beatmungsgerät zur Verhandlung gekommen. Das Gericht will sein Urteil am Donnerstag verkünden.

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