Urteil des Landgerichts Göttingen

Drogenhandel im Südharz: 50-Jähriger muss sechs Jahre in Haft

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Gerichtsgebäude in Göttingen im Sommer: Das Schild weist auf den Eingang von Land- und Amtsgericht hin.

Sechs Jahre Freiheitsstrafe für eine Tat, für die zweite angeklagte Tat ein Freispruch: So urteilte das Landgericht Göttingen im Rauschgiftprozess gegen einen 50-jährigen Geschäftsmann aus Osterode.

Göttingen/Osterode –Die Kammer befand den einschlägig vorbestraften Angeklagten des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge für schuldig.

Nach Überzeugung der Richter hatte der Angeklagte Anfang 2018 etwa 80 Kilogramm Marihuana erworben und nach Osterode liefern lassen, um die Drogen gewinnbringend weiter zu veräußern. Nicht nachgewiesen sei dagegen, dass der 50-Jährige auch in eine Drogenlieferung im Februar 2019 involviert gewesen sei. Deshalb sei er in dem zweiten Fall freizusprechen.

Haftstrafe für Drogengeschäfte: Freispruch im Fall der Beihilfe

Das Gericht kam in dem knapp fünf Monate dauernden Prozesses zu einem anderen Ergebnis als die Staatsanwaltschaft, die eine Haftstrafe von acht Jahren beantragt hatte. Ihrer Ansicht nach hat sich der aus dem Kosovo stammende Angeklagte in dem zweiten angeklagten Fall der unerlaubten Einfuhr und der Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge schuldig gemacht.

Der 50-Jährige hatte angegeben, nichts von den Drogengeschäften gewusst zu haben. Das Gericht sah zwar einige Anhaltspunkte dafür, dass der 50-Jährige in die Marihuana-Lieferung eingebunden gewesen sein könnte. Es gebe aber Zweifel, ob er vorsätzlich gehandelt und die Taten unterstützt habe. „Vielleicht hatten Sie tatsächlich nichts damit zu tun“, sage der Vorsitzende Richter Martin Speyer. Da sich eine Beihilfe nicht zweifelsfrei nachweisen lasse, sei er freizusprechen.

Haftstrafe für Drogengeschäfte: Richter von Schuld "überzeugt"

In dem ersten Fall ist die Beweislage eine andere. Der Angeklagte hatte auch hier eine Kenntnis von den Drogengeschäften bestritten und einen Bekannten als vermeintlichen Akteur benannt. Das Gericht hielt das für zweifelhaft, weil der Angeklagte weder den Nachnamen noch den Wohnort des vermeintlichen Freundes angeben konnte. Aus Aussagen und Fotos von Zeugen, die an den Beschaffungsfahrten beteiligt gewesen waren, ergebe sich, dass dem Angeklagten die 80 Kilo Marihuana zuzuordnen gewesen seien.

Dafür sprächen diverse Indizien. So hätten Teilnehmer der Fahrten im Wohngebäude seiner Familie übernachtet. Außerdem habe der Anhänger, auf dem sich die Drogen befanden, vor seinem Haus gestanden. Ferner habe der 50-Jährige zwei Tatbeteiligten das Auto seiner Tochter überlassen. „Wir sind überzeugt, dass Sie das Gesamtgeschehen in der Hand hatten“, sagte der Vorsitzende Richter.  pid

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