Drogenschmuggel: Spediteur aus dem Harz muss vor Gericht

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Altenau. Ein 58-jähriger Spediteur aus Altenau bei Goslar, der vor zwei Jahren als mutmaßlicher Drahtzieher einer internationalen Rauschgiftbande in Spanien festgenommen worden war, muss sich demnächst vor dem Landgericht Braunschweig verantworten.

Die Staatsanwaltschaft hat den niederländischen Staatsangehörigen wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in vier Fällen angeklagt. Sie wirft ihm vor, seit Februar 2012 gemeinsam mit weiteren Tatverdächtigen als Bande europaweit große Mengen an Drogen geschmuggelt und gewinnbringend veräußert zu haben. Seine 57-jährige Ehefrau ist wegen Beihilfe angeklagt. Sie soll bei der Organisation eines Drogentransports nach Spanien mitgeholfen haben.

Fahnder des niedersächsischen Landeskriminalamtes hatten in Zusammenarbeit mit Spezialermittlern der spanischen Polizei in Februar 2013 diesen Rauschgifttransport auffliegen lassen. Die Rauschgiftfahnder waren damals einem Lkw der Harzer Speditionsfirma, der gefrorene Hähnchen geladen hatte, bis nach Südostspanien gefolgt. Nach Angaben der Ermittler sollten dort an einem Lagerhaus 2,4 Tonnen Haschisch in den Lkw geladen und hinter den Hähnchen versteckt werden. Spezialkräfte der Guardia Civil stoppten jedoch die Verladeaktion und nahmen den Lkw-Fahrer sowie zwei spanische Staatsangehörige fest. Der Spediteur wurde 20 Kilometer vom Lagerhaus entfernt in der Nähe von Malaga auf einem Autobahnrastplatz festgenommen.

Der 58-Jährige hatte zunächst in Spanien in Haft gesessen und war später in dem von der spanischen Justiz geführten Verfahren frei gesprochen worden. Da bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig mehrere weitere Ermittlungsverfahren gegen den Spediteur anhängig waren, kam er anschließend in Deutschland in Untersuchungshaft.

Nach Ansicht der Ermittler bestand seine Aufgabe darin, der europaweit agierenden Bande für die Drogentransporte Lastwagen und Anhänger zur Verfügung zu stellen. Vor der Festnahmeaktion in Spanien hatten Fahnder bereits mehrere Lastwagen seiner im Harz ansässigen Spedition in Oslo und Dover beschlagnahmt, in denen sich insgesamt mehr als 100 Kilogramm Haschisch und rund 40 Kilogramm Marihuana befunden haben sollen.

Der 58-Jährige bestreite, gewusst zu haben, dass seine Lastwagen für Drogentransporte benutzt wurden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Im Falle einer Verurteilung drohe dem Spediteur für jede der vier angeklagten Taten eine Mindestfreiheitsstrafe von jeweils fünf Jahren. Seine Ehefrau hätte bei einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe zwischen drei Monaten und elf Jahren zu erwarten. (pid)

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