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DT sagt Stück im Studienhaus ab, damit dort Flüchtlinge unterkommen können

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Von: Thomas Kopietz

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Das ehemalige ev. Studienhaus liegt direkt am Wall und Deutschen Theater (im Hintergrund).
Das ehemalige ev. Studienhaus liegt direkt am Wall und Deutschen Theater (im Hintergrund). © Thomas Kopietz

Der Krieg hinterlässt Spuren – auch im Kulturgeschehen in Göttingen. Das Evangelische Studienhaus wird statt zur Spielstätte für das Deutsche Theater (DT) zur Unterkunft für Geflüchtete.

Göttingen – Erst kürzlich hatte das Deutsche Theater (DT) Göttingen bekanntgegeben, in der zweiten Hälfte der Spielzeit 2021/22 auch das nahe gelegene Evangelische Studienhaus als Spielstätte nutzen zu wollen. Schon wird dieser Plan geändert: Das Studienhaus am Stadtwall wird vorerst zur Unterkunft für Geflüchtete.

Am 16. April sollte dort in außergewöhnlicher Art und Weise vor wenigen Zuschauern und in engem Kontakt zwischen Zuschauern und Ensemble-Mitliedern „Das Refugium – Eine interkollektive Erfahrung der Harmonie“ im ehemaligen evangelischen Studienhaus eröffnen. Hausregisseurin Antje Thoms wäre für dieses Projekt verantwortlich gewesen.

In der Tiefgarage soll es nun ein anderes Projekt geben

Intendant Erich Sidler und Geschäftsführerin Sandra Hinz haben die Pläne bezüglich des Projekts aus gegebenem Anlass umgekrempelt: Das Harmonie-Projekt, das auch für direkte Begegnungen von Menschen in der Pandemiezeit stehen sollte, wird also nicht stattfinden.

Stattdessen boten sie das Studienhaus kurzerhand der Stadt Göttingen an, um dort Geflüchtete unterzubringen, die aufgrund des Krieges in der Ukraine ihre Heimat verlassen müssen. Das ehemalige Studentenwohnheim in der Oberen Karspüle beherbergt mehr als 20 Einzelzimmer, sie sind 20 bis 30 Quadratmeter groß, einige verfügen über einen eigenen Sanitärbereich.

Antje Thoms wird nun stattdessen in der Tiefgarage ein anderes Projekt erarbeiten, wie das DT mitteilt. In diesem Spielort hat die Regisseurin bereits mit „1984“, „Alice“ und zuletzt mit „Die Methode“ Erfahrung sammeln können. (Thomas Kopietz)

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