Auch Antje Thoms für Engagement geehrt

DT- und JT-Macher sind Bühnenhelden aus Göttingen

DT-Geschäftsführerin Sandra Hinz und Intendant Erich Sidler
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Glückliche Geehrte: DT-Geschäftsführerin Sandra Hinz (links) und Intendant Erich Sidler.

Am Deutschen Theater (DT) und am Jungen Theater (JT) in Göttingen arbeiten Bühnenheld*innen: So heißt nämlich der Preis, den das Aktionsbündnis Darstellende Künste 2020 zum ersten Mal verliehen hat – auch an den Intendanten Erich Sidler und die DT-Geschäftsführerin Sandra Hinz sowie JT-Intendanten Nico Dietrich und Geschäftsführer Tobias Sosinka.

Göttingen – Die vier Theatermacher aus Göttingen plus die heimische, freie Regisseurin Antje Thoms erhielten die Auszeichnungen im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung am Sonntag. Für den Preis hatte es 161 Nominierungen aus 13 Verbänden im gesamten Bundesgebiet gegeben. Diese Vielzahl zeige, „mit wie viel Engagement Nicht-Künstler und -Künstlerinnen für die Darstellen Kunst und die Künstler kämpfen“.

Deutsches Theater: In Bezug auf die DT-Verantwortlichen wurde gelobt, dass sie generell in der Pandemie schnell entschieden haben, die Nicht-Digitalen-Produktionen sofort einzustellen, nur weil das Theater geschlossen ist. So konnte das Drive-Through-Projekt „Die Methode“ in der Tiefgarage mit Ausnahmegenehmigung der Stadt weit vor dem offiziellen Ende des ersten Lockdowns eine reale Premiere feiern. Man schaffte es so, den realen Kontakt zum Publikum früh wieder aufzunehmen. „Offen für Innovationen und diese auch finanziell und personell ermöglichend – so wünscht man sich häufiger Theaterleitungen“, hieß es in der Laudatio.

Junges Theater: „Spiel mir nicht das Lied vom Theatertod: Die Leitung eines Stadttheaters/einer Produktionsstätte“, war die Kategorie überschrieben, in der die Leitung des Jungen Theaters Göttingen ausgezeichnet wurde. Nico Dietrich und Tobias Sosinka hätten es geschafft, „ihr kleines Theater kreativ und besonnen durch die Krise dieses Jahres zu führen und den Spielbetrieb unter ganz besonders schwierigen Bedingungen aufrecht zu erhalten“. Sie öffneten das Haus auch für freie Künstler und Künstlerinnen, gaben diesen so in einer schwierigen Zeit ein Zuhause und eine Existenz. Dafür wurden Geld gesammelt und Fördermittel eingeworben. Und: Aus dem stehenden Ensemble wurde niemand entlassen, die freien Mitarbeiter erhielten Verdienstausfallszahlungen, und es werden in der neuen Spielzeit sogar noch mehr Kollegen aus der freien Szene am Hause beschäftigt als bisher.

Einfallsreiche Stadttheater-Macher: JT-Intendant Nico Dietrich (links vorne) und Geschäftsführer Tobias Sosinka (rechts vorne).

Antje Thoms: Frei unterwegs ist eine weitere Künstlerin mit Göttingen-Bezug: Die Regisseurin und Dramaturgin Antje Thoms wurde für ihre Aktion „Rette dein Theater“, die bundesweit Beachtung und Unterstützung fand geehrt. Thoms stemmte sich mit großem Einsatz gegen Haushaltskürzungen, schmiedete kulurpolitische Allianzen, holte viele ins Boot, um gegen Kürzungen im Kulturetat zu kämpfen, auch über Demonstrationen, wie in Hannover. Ergebnis: Einige geplante Kürzungen für den Kulturbereich sind vom Tisch und die niedersächsischen Theater haben ein Stück mehr Zukunftsplanungssicherheit. (Thomas Kopietz)

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