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Duderstädter Zentrum will auf Rückgang der Artenvielfalt aufmerksam machen

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Von: Bernd Schlegel

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Der Maikäfer
Der Maikäfer © Jonathan Fieber

Star, Holzbiene, Eichhörnchen, Tagpfauenauge, Maikäfer und Saftkugler: Diese sechs Tieren stehen zur Wahl des Gartentierts des Jahres. Mit der Wahl soll auf den Rückgang der Artenvielfalt aufmerksam gemacht werden.

Duderstadt – Die Tage sind jetzt wieder länger und viele Naturbegeisterte zieht es in die Gärten. Deshalb ruft die Duderstädter Heinz Sielmann Stiftung zur Wahl des Gartentiers des Jahres auf. Bis zum 12. Juni läuft die Abstimmung.

Erneut stehen sechs Kandidaten, die man oft nicht sofort zu Gesicht bekommt, zur Auswahl. Die Heinz Sielmann Stiftung will mit der Wahl auf den dramatischen Rückgang der biologischen Vielfalt hinweisen.

Naturnahe Gärten, Balkone, Hinterhöfe oder Grünflächen sind laut der Einrichtung wertvolle Rückzugsräume für verschiedenste Tiere.

Publikum entscheidet über Gewinner

„Wir gestalten Gärten und wir teilen sie mit tierischen Mitbewohnern. Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig lebenswerte Städte sind. Wir haben es in der Hand, ob wir uns mit Steinwüsten oder kleinen Paradiesen umgeben“, macht Nora Künkler, Biologin bei der Heinz Sielmann Stiftung, deutlich.

„Das besondere an der Gartentierwahl ist, dass anstatt eines Fachgremiums das Publikum über den Gewinner entscheidet. Alle naturbegeisterten Menschen können online ihre Stimme abgeben“, sagt Künkler weiter.

Verlosung unter allen Teilnehmern

Unter allen Teilnehmern werden attraktive Preise verlost. Hauptgewinn ist ein Besuch der Landesgartenschau im brandenburgischen Beelitz mit Übernachtung für eine vierköpfige Familie. Außerdem kann man Tagestickets für die Landesgartenschau in Bad Gandersheim und zahlreiche interessante Gartenbücher gewinnen.

Alle sechs Kandidaten sind gern gesehene Gäste in den Gärten. Laut der Sielmann Stiftung macht ihnen der Verlust naturnaher Strukturen durch falsch verstandenen Ordnungssinn, den Einsatz chemischer Dünger oder die Anwendung von Pflanzenschutz- und Insektenvernichtungsmitteln zu schaffen. Hier die sechs Kandidaten in Kurzporträts:

Star

Er ist nicht nur dem Namen nach der Star unter den Gartenvögeln. Er könnte locker bei Talentwettbewerben antreten. Er macht andere Vogelstimmen und Umgebungsgeräusche perfekt nach und baut sie in die eigenen Gesänge ein. Doch seine Künste schützen ihn nicht vor dem Verlust seiner Lebensräume und Nahrungsgrundlagen. Seit Jahren nimmt die Zahl der Stare ab.

Star: Er macht andere Vogelstimmen perfekt nach.
Star: Er macht andere Vogelstimmen perfekt nach. © Jonathan Fieber

 Maikäfer

Die Großelterngeneration kann sich an die großen Massenvorkommen der Maikäfer in lauen Frühlingsnächten erinnern. Dann verließen die dicken Brummer nach vier Jahren als Larve im Erdreich den Boden, um in luftige Höhen aufzusteigen. Dort suchen sie nach Nahrung und Liebe. Heute sind sie seltener geworden. Manche Kinder haben noch nie einen der imposanten Käfer live gesehen.

Maikäfer: Viele Kinder haben ihn nicht live gesehen.
Maikäfer: Viele Kinder haben ihn nicht live gesehen. © Wolfgang Klumm

Tagpfauenauge

Eine „unordentliche“ Ecke mit Brennnessel ist Pflicht im Naturgarten, denn an der krautigen Pflanze legt das prächtige Tagpfauenauge seine Eier ab. Die ausgewachsenen Falter fliegen besonders auf rote und violette Blüten, um Nektar zu tanken. Noch ist das Tagpfauenauge eine der häufigsten Schmetterlingsarten in Deutschland.

Tagpfauenauge: Es fliegt auf rote und violette Blüten.
Tagpfauenauge: Es fliegt auf rote und violette Blüten. © Jonathan Fieber

Eichhörnchen

Flink und frech huschen die rot bepelzten Eichhörnchen von Ast zu Ast, immer in Bewegung, immer auf der Suche nach Essbarem. Sie sind Allesfresser mit einer Vorliebe für Beeren und Nüsse. Mit dem richtigen Futterangebot kann man ihnen helfen. Auch eine Wasserstelle im Sommer darf nicht fehlen.

Eichhörnchen: Es huscht ganz flink von Ast und Ast.
Eichhörnchen: Es huscht ganz flink von Ast und Ast. © Jonathan Fieber

Holzbiene

Schwerfällig brummt die riesige Blauschwarze Holzbiene von Blüte zu Blüte. Sie ist die größte Wildbiene Deutschlands und dabei vollkommen harmlos. Friedlich summt sie im Garten umher. Dabei erkundet sie neue Nahrungsquellen und mögliche Brutstätten. Ihre bis zu 30 Zentimeter langen Niströhren nagt sie in morsches Holz.

Holzbiene: Sie ist die größte heimische Wildbiene.
Holzbiene: Sie ist die größte heimische Wildbiene. © Jonathan Fieber

Saftkugler

Seine unscheinbare Arbeit ist unverzichtbar, denn aus den organischen Abfällen macht der Saftkugler wertvollen Humus. In naturnahen Gärten kommt der kleine Tausendfüßer vor, wenn er genügend Nahrung findet. Und das ist Laub in rauen Mengen oder morsches Holz. Bei Gefahr rollt er sich blitzschnell zusammen. Seine festen Panzer formen dann eine glatte nahtlose Kugel. (Bernd Schlegel)

Saftkugler: Er macht ganz unverzichtbare Arbeit.
Saftkugler: Er macht ganz unverzichtbare Arbeit. © Jonathan Fieber

Online-Abstimmung bis zum 12. Juni unter sielmann-stiftung.de/gartentier

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