Öffentlicher Nahverkehr der Zukunft in Südniedersachsen

EcoBus-Projekt: CDU-Kreistagsfraktion sieht Raum Göttingen benachteiligt

Freuen sich auf den Start: Eco-Bus-Projektleiter Prof. Dr. Stephan Herminghaus (links), Mobilitätsmanager Michael Patscheke, Northeims Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, Bürgermeisterin Franziska Schwarz aus Bad Gandersheim, Kalefelds Bürgermeister Jens Meyer und Stefan Frömming vom ZVSN. Archivfoto:  Großpietsch

Landkreis Göttingen. Die CDU-Kreistagsfraktion stört sich daran, dass die Pilotphasen des EcoBus-Projekts nicht ausreichend im Landkreis Göttingen ablaufen werden.

Die Mobilität der Menschen in Südniedersachsen soll mit dem Projekt EcoBus verbessert werden. Das Konzept wird zuerst ab Juni im Umfeld der Gandersheimer Domfestspiele getestet. Die CDU-Kreistagsfraktion findet das Vorgehen nur bedingt gut.

Sie bemängelt in einer Pressemitteilung, dass der Landkreis Göttingen beim Erheben der Testdaten und bei den Probefahrten von Kleinbussen im Bereich Kalefeld und Bad Gandersheim gegenüber dem Landkreis Northeim unterrepräsentiert sei – obwohl die Kosten für die Pilot-Phase zu 60 Prozent vom Landkreis Göttingen getragen würden.

Landkreis Göttingen sei unterrepräsentiert

Das sei schlichtweg nicht hinnehmbar, sagt Susanne Mackensen-Eder, wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Göttinger Kreistag. Zudem würde auch die zweite Pilotphase – dann im Bereich Südwest- und Oberharz – meist außerhalb des Landkreises Göttingen laufen.

„Die CDU-Fraktion setzt sich für eine angemessene Repräsentation des Landkreises Göttingen ein“, sagt Mackensen-Eder, und weist darauf hin, dass vor allem im ländlichen Raum Osterode eine bessere Anbindung des Öffentlichen Nahverkehrs an die Mittel- und Oberzentren nötig sei.

Damit das EcoBus-System mehr Daten und Gewohnheiten über die Mobilität der Bürger im Landkreis Göttingen gewinnen kann, wünscht sich die CDU auch Testphasen in diesem Bereich. Sie fragt deshalb bei Landrat Bernhard Reuter nach, ob in der zweiten Pilotphase auch Strecken im Landkreis gefahren werden, welche das sind und warum sie ausgewählt wurden. Man will auch wissen, ob es eine dritte Phase geben wird und mit dem Schwerpunkt Landkreis Göttingen und ländlichen Raum.

Die Frage nach der zweiten Pilotphase ist überflüssig, denn – wie auch die CDU-Fraktion mitteilt – werden in der nächsten Stufe zwei zeitgleiche Pilotprojekte im Harz laufen. Eines reicht bis nach Goslar unter Beteiligung des Regionalverbandes Braunschweig und eines bis Osterode (ZVSN) – bedient also auch Abschnitte des Landkreises Göttingen.

Gebiete nach wissenschaftlichen Kriterien ausgewählt

Darauf weist nach HNA-Anfrage Prof. Dr. Stephan Herminghaus vom beteiligten Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS) in Göttingen hin. Er sagt auch, dass die Pilotphase und die Gebiete aus Vorschlägen der Zweckverbände und nach wissenschaftlichen Kriterien ausgewählt worden. „Von den Daten erhoffen wir uns wichtige Erkenntnisse für die Verfeinerung unserer Verkehrsmodelle“, sagt Stephan Herminghaus und meint die spätere Fahrten- und Fahrzeug-Kombination in Verbindung mit einem mehrteiligen öffentlichen Nahverkehr.

Herminghaus blickt auch bereits über den Zeitraum Pilotphase hinaus. Er wünscht sich, dass das EcoBus-Projekt schon vor Ende des Forschungsvorhabens zum 31. Juni 2019 in einen „flächendeckenden Regelbetrieb“ gehen könnte. „Über eine Unterstützung des Landkreises dabei würden wir uns sehr freuen“, sagt Stephan Herminghaus im Namen aller Projektbeteiligten. 

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