Thema Flucht steht im Vordergrund

Bischof und Migrationszentrum erhalten Edith-Stein-Preis

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Auszeichnung: Hildesheim Bischof Norbert Trelle, der Vorsitzende des Edith-Stein-Kreises, Heiner Willen, Zeliha Karaboya und Dana Gaef (von links) vom Göttinger Migrationszentrum bei der informellen Bekanntgabe der Gewinner des Edith-Stein-Preises 2015 in der Weender Straße.

Göttingen. Der Edith-Stein-Kreis Göttingen hat den Edith-Stein-Preis an Hildesheims Bischof Norbert Trelle und das Migrationszentrum Göttingen im Diakonieverband verliehen.

„2015 steht der Edith-Stein-Preis unter den Themen Flucht und Migration“, sagte der Vorsitzende des Edith-Stein-Kreises, Heiner Willen. Edith Steins Leben war eng mit Flucht verbunden: Sie wollte vor den Nazis in die Schweiz flüchten, wurde aber 1942 in Auschwitz ermordet. Die Jüdin, die zum Katholizismus konvertiert war, lebte von 1913 bis 1915 in Göttingen.

„Bischof Trelle widmet sich seit vielen Jahren der Seelsorge für Migranten und Flüchtlinge und versucht sie in der Kirche, Gesellschaft und Politik zu vertreten – auch weil Flucht in seiner eigenen Vergangenheit eine Rolle spielte“, sagte Willen in seiner Laudatio. Der Bischof zeigte sich überrascht über die Preisverleihung, betonte aber seine Verbindung zur Heiligen Edith Stein: „Zusammen mit einer Edith-Stein-Gruppe habe ich in Westerburg, von wo aus Edith Stein nach Auschwitz deportiert wurde, an einem Gedenkgottesdienst teilgenommen, der war unvergesslich.“

Für ihre praktische Arbeit mit Migranten und Flüchtlingen wurde das Göttinger Migrationszentrum ausgezeichnet. Um Beratung, Begleitung und Integration, aber auch das Verständnis der Zivilbevölkerung bemüht, nahmen Dana Gaef und Zeliha Karaboya den Preis stellvertretend für alle haupt- und ehrenamtlich arbeitenden Mitarbeiter entgegen. „Wir versuchen seit 24 Jahren, hier im Migrationszentrum eine kleine Heimat für die vielen Flüchtlinge zu schaffen und ihnen das Ankommen zu erleichtern“ sagte Zeliha Karaboya. „Danach arbeiten wir dafür, dass sie uns irgendwann nicht mehr brauchen und daran haben viele engagierte Göttinger Teil. Für alle die Menschen, die sich dafür einsetzen, ist dieser Preis.“ Dieser Einsatz benötige vor allem Empathie, betonte Dana Gaef, der selbst vor 18 Jahren den Weg über das Mittelmeer nahm. Er kennt den Weg der Flüchtlinge, die Einsamkeit nach der Ankunft, aber auch die Hilfe und Angebote, die ihm in Deutschland zuteil geworden sind und wurde dadurch motiviert, die Gesellschaft eines Tages selbst mitzugestalten.

Bischof Trelle verabschiedete sich mit einem Appell : „Ich habe eine Aufnahmestelle für minderjährige Flüchtlinge besucht und das ist wirklich ein Drama was dort passiert. Da brauchen wir noch sehr viel mehr Engagement.“

Der Edith-Stein-Preis ist mit einem Preisgeld von 5000  Euro verbunden, das an eine Einrichtung gespendet wird. Die feierliche Preisverleihung findet am 15.November 2015 um 18 Uhr im Alten Rathaus statt. (zli)

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