Eichsfeld

Ehrenamt ist Seele der Hospizarbeit: Neues Ambulantes Hospiz- und Palliativzentrum in Leinefelde-Worbis

Constance Hunold, Christiane Raabe und Markus Kohlstedde stehen vor einem Schaufenster mit der Aufschrift St. Martini Palliativdienst Eichsfeld
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Alles unter einem Dach: Constance Hunold (links) und Christiane Raabe (rechts) mit Markus Kohlstedde, Geschäftsführer der St. Martini GmbH, vor den Räumlichkeiten des neuen Ambulanten Hospiz- und Palliativzentrums hope.

In Leinefelde-Worbis gibt es nun „Hope“: Das Zentrum vereint Kinder- und Jugendhospizdienst, den Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst und die Spezialisierte Palliativversorgung.

Leinefelde-Worbis  – Ein Zentrum, umfassende ambulante Angebote zu Hospiz- und Palliativdiensten für jede Altersstufe. Das ist „Hope“, das neue ambulante Hospiz- und Palliativzentrum Eichsfeld.

Hope  – zu Deutsch „Hoffnung“  – findet sich seit Anfang Mai am Friedensplatz 3 in Leinefelde-Worbis. Das Besondere an dem neuen Zentrum: Es vereint den Kinder- und Jugendhospizdienst, den Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst, die Spezialisierte Palliativversorgung sowie deren Netzwerkpartner in einer eng kooperierenden Struktur unter der Trägerschaft der St. Martini GmbH Duderstadt. Und das alles ambulant.

„Hope“ in Leinefelde-Worbis: Über die Grenzen des Eichsfelds hinaus aktiv

Über die Grenzen des Eichsfelds hinaus unterstützt Hope mit der Hospizarbeit für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und dem Ambulanten Palliativdienst Eichsfeld schwerkranke Menschen dabei, ihre Lebensqualität und Autonomie in der letzten Lebensphase möglichst lange aufrecht zu erhalten, um bei ihren Familien zu sein.

Dabei ist auch die Unterstützung von Angehörigen durch Begleitung, Beratung und Beistand eine Kernaufgabe des Zentrums. Die Möglichkeiten der Betreuung sind durch den Zusammenschluss vielfältig.

Jeder Mensch möchte sein Lebensende dort verbringen, wo er sich zu Hause fühlt. Das können die eigenen vier Wände genauso gut wie auch der Platz in einer Pflege- und Senioreneinrichtung, einer Behinderteneinrichtung oder dem Kinderheim sein.

„Hope“ in Leinefelde-Worbis: Ehrenamt „Seele der Hospizarbeit“

Wenn der Ort nicht mehr selbstbestimmt gewählt werden kann, begleiten die Hospizdienste natürlich auch in Krankenhäusern und Kliniken. Mit den ambulanten Hospizdiensten unterstützt Hope den Vorgang einer Krankheits-, Sterbe- und Trauerbegleitung in der häuslichen Umgebung mit einem multiprofessionellen Netzwerk.

„Dabei sind wir stolz mit mehr als 75 Netzwerkpartnern Unterstützungskonzepte initiieren zu können“, erklärt Constance Hunold, Leiterin des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes (AKJHD) und des Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienstes (AHPB).

Wichtig für ihre Arbeit: das Ehrenamt. Es sei „die Seele der Hospizarbeit“, so Hunold. Eine große Zahl von ausgebildeten Ehrenamtlichen, die zum Teil auf jahrelange Erfahrungen zurückblicken können, begleiten die ihnen Anvertrauten. „Menschen, die sich für das Ehrenamt in der Hospizarbeit interessieren, sind herzlich eingeladen sich bei uns zu melden“, ruft Constance Hunold Interessierte auf.

„Hope“ in Leinefelde-Worbis: Enge Zusammenarbeit

In ihrer Arbeit unterstützt und ergänzt wird Hunold von ihrer Kollegin Christiane Raabe, Leiterin der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV). „Wir sind ein Team aus sieben Palliativ-Pflegefachkräften, einem Psychoonkologen, drei angestellten sowie 16 Kooperationsärzten“, so Raabe.

Man arbeite eng mit Pflege- und Hospizdiensten, Heil- und Hilfsmittelversorgern, Krankenhäusern, Haus- und Fachärzten zusammen. Patienten benötigen für eine Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung die Verordnung durch den Haus- oder Facharzt.

„Hope“ in Leinefelde-Worbis: Dienst für jeden offen

Die Kosten werden – unabhängig vom Pflegegrad – nach Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen (MDK) von allen Krankenkassen übernommen. Eine Selbstbeteiligung ist nicht nötig, es gibt auch keine Abzüge beim Pflegegeld und auch der Anspruch auf Kurzzeit- und Verhinderungspflege bleibt vollständig erhalten”, betont Christiane Raabe.

Auch wenn die Arbeit des Zentrums unter dem christlichen Leitgedanken steht, kann dieser Dienst von jedem unabhängig der Religionszugehörigkeit in Anspruch genommen werden.

„Hope“ in Leinefelde-Worbis: Neue Räumlichkeiten in Birkungen

Das Ambulante Hospiz- und Palliativzentrum Eichsfeld wird bis zum 30. Juni 2021 am Friedensplatz 3 in Leinefelde-Worbis zu finden sein, bevor zum 1. Juli 2021 der Umzug in die geplante Einrichtung erfolgt. Auf einer Fläche von 300 Quadratmetern wird Hope ab Juli am Mühlweg 1a in Birkungen seine Arbeit aufnehmen.

Die Hospizbereiche werden refinanziert durch Förderungen der Krankenkassen. Somit fallen für die Betroffenen und ihre Familien keine weiteren Kosten an.

Das Angebot des Ambulanten Hospiz- und Palliativzentrum Eichsfeld Hope:

Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV):

  • Stärkung der Ressourcen von Patienten und Zugehörigen
  • Koordination aller an der Patientenversorgung beteiligten Kräfte mit interdisziplinären Fallbesprechungen
  • Notfall Rufbereitschaft rund um die Uhr einschließlich der Durchführung von Hausbesuchen
  • Unterstützung und Schulung der zugehörigen Bezugspersonen
  • Überleitung von oder in stationäre Einrichtungen z.B. Krankenhaus, Palliativstation oder Hospiz
  • Vermittlung von anderen ambulanten Diensten


Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst (AKJHD):

  • Begleitung von lebensverkürzt- und lebensbedrohlich erkrankten Kindern und Jugendlichen
  • Geschwisterkinderbetreuung

Ambulanter Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst (AHPB):

  • Sterbebegleitung bei Erwachsenen, Demenzerkrankten und Menschen mit geistiger Behinderung
  • palliative Geriatrie

Trauerarbeit Angebote:

  • Cafe „hope“ für Trauernde
  • Trauergruppen

Außerdem gibt es eine 24-Stunden Rufbereitschaft, die unter Tel. 0151/122 55 11 oder 0151/215 00 272 erreichbar ist. (Melanie Zimmermann)

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