Wegen besonders schwerer Brandstiftung

Eigenen Döner-Imbiss angezündet? Prozess gegen 29-Jährigen gestartet

Der Eingang zum Landgericht Göttingen.
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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Dort läuft der Prozess gegen den 29-Jährigen.

Wegen besonders schwerer Brandstiftung muss sich seit Dienstag ein früherer Betreiber eines Imbisses in Moringen vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Göttingen/Moringen – Die Staatsanwaltschaft wirft dem 29 Jahre alten Angeklagten vor, Anfang Dezember 2017 einen von ihm betriebenen Döner-Imbiss absichtlich in Brand gesetzt zu haben. Der Angeklagte habe die Versicherungssumme aus einer rund zwei Monate zuvor abgeschlossenen Geschäftsinventarversicherung abkassieren wollen.

Durch den Brand hatten sechs Hausbewohner eine Rauchgasvergiftung erlitten. Deshalb ist der 29-Jährige auch wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Bei dem Brand soll ein Sachschaden von 250 000 Euro entstanden sein.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatte der Angeklagte den Imbiss in Moringen seit Oktober 2017 betrieben. Damals hatte er ein Gewerbe für eine „Schankwirtschaft mit imbissartigen Speisen“ angemeldet. Wenige Tage zuvor schloss er eine Geschäftsinventarversicherung mit einer Deckungssumme von bis zu 75 000 Euro ab. Der Angeklagte habe die Brandstiftung geplant, um diese Summe unberechtigt erhalten zu können, heißt es in der Anklage.

In der Tatnacht habe er dann an mehreren Stellen in seinem im Erdgeschoss befindlichen Imbiss Benzin auf dem Boden ausgeschüttet und angezündet. Dann habe er die Tür verschlossen und sei davongerannt. Kurz darauf kam es in dem Imbiss zu einer Explosion. Durch den Brand sei die Küche zerstört worden, ebenso Teile des Inventars und drei Geldspielautomaten. Wert: 15 000 Euro.

Die Rauchgase zogen auch in die darüber liegenden Wohnungen. Die Bewohner konnten sich zwar ins Freie retten, sechs von ihnen erlitten jedoch Rauchgasintoxikationen und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Der Angeklagte habe gewusst, dass das Einatmen von Rauchgasen tödlich sein könne, heißt es in der Anklage.

Etwa 100 Feuerwehrleute verhinderten damals ein Ausbreiten des Feuers auf das gesamte Wohn- und Geschäftshaus. Allerdings waren die Wohnungen unbewohnbar geworden und mussten saniert werden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft konnten sie erst im Oktober 2018 wieder bezogen werden.

Die Polizei war zu Beginn noch von einem technischen Defekt oder Fahrlässigkeit im Umgang mit der Gasanlage als Ursache ausgegangen. Im März 2018 erließ das Amtsgericht Northeim aufgrund aktueller Ermittlungsergebnisse einen Haftbefehl gegen den 29-Jährigen, der drei Monate später außer Vollzug gesetzt wurde. Im Februar 2019 wurde der Haftbefehl aufgehoben. Im Herbst 2019 erhob die Staatsanwaltschaft dann Anklage gegen den früheren Imbissbetreiber.

Zum Prozessbeginn wollte der Angeklagte noch keine Angaben zur Sache machen. Das Gericht hat für den Prozess insgesamt acht Verhandlungstage angesetzt. Die Kammer hat dazu auch mehrere Sachverständige geladen. Ein Urteil wird voraussichtlich Ende Februar fallen. (Heidi Niemann)

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