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Ein besonderes Sommercamp: Kombi-Hilfe für junge Ukrainer in Göttingen

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Von: Thomas Kopietz, Michael Caspar

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Unterricht für geflüchtete ukrainische Kinder organisiert von drei Kirchengemeinden, dem Ortsrat Geismar und dem SC Hainberg
Jeden Tag wird zwei Stunden lang Deutsch gelernt: Unterricht für geflüchtete Kinder aus der Ukraine im Pfarrheim von Maria Frieden, organisiert von drei Kirchengemeinden, dem Ortsrat Geismar und dem SC Hainberg. © Michael Caspar

Sechs Monate Krieg in der Ukraine: Der SC Hainberg, Göttinger Kirchengemeinden und ein Ortsrat bieten ukrainischen Jugendlichen ein besonderes Sommercamp.

Göttingen – Vor genau sechs Monaten begann mit dem Überfall der russischen Truppen der Krieg in der Ukraine. Die Folgen sind dramatisch: Tod, Vertreibung und Flucht, Armut und Krankheiten. Die Hilfsbereitschaft auch in Deutschland war groß. Sie ist ein wenig abgeebbt – aber immer noch da. Das zeigt ein Beispiel in Göttingen, von dem geflüchtete Frauen und vor allem Kinder profitieren.

Deutsch lernen, gemeinsam Sport treiben und die Stadt Göttingen erkunden: Diese besondere Kombination bietet ein Sommercamp 30 ukrainischen Schülern im Stadtteil Geismar, beteiligt sind der SC Hainberg, drei Kirchengemeinden und der Ortsrat.

Sommercamp vereint Deutschunterricht, Sport und die Stadt erkunden

Sechs Wochen Ferien sind eine lange Zeit, wenn man gerade erst angefangen hat, eine Sprache zu lernen. Damit die jungen Menschen, die vor dem russischen Angriff auf ihrem Land geflohen sind, nicht alles wieder vergessen, haben Helfer vom SC Hainberg und dreier Kirchengemeinden ein 14-tägiges Sommercamp auf die Beine gestellt. Kennengelernt haben sie sich bei einem Runden Tisch, zu dem Ortsbürgermeister Uwe Löding (SPD) eingeladen hatte.

Jeweils von 11 bis 13 Uhr lernen die Zehn- bis 17-Jährigen in den Räumen der katholischen Gemeinde Maria Frieden bei Lehramtsstudentin Steffi Lenck Deutsch. Als Dolmetscherin steht ihr Sofiia Sozonovych zur Seite. Die Ukrainerin, die fließend Deutsch spricht, studiert vom Wintersemester an in Dortmund an der Technischen Universität Datenwissenschaften. Sozonovych hält auch den Kontakt zu den Eltern. „Die Mütter sind dankbar, dass wir uns in der Ferienzeit um ihre Kinder kümmern“, berichtet sie.

„Die Jüngeren lassen sich zum Mitmachen motivieren, die Älteren wollen von alleine lernen – vor allem Grammatik“, freut sich Lenck. Nach dem Unterricht wird gemeinsam zu Mittag gegessen. Das Christophoruswerk aus Weende liefert die Mahlzeiten, die von drei Helferinnen ausgegeben werden. Besonders die Pizza kommt gut an.

„Das Nachmittagsprogramm, das bis 17 Uhr dauert, organisieren wir vom SC Hainberg“, berichtet Lars Willmann, der den Stundenplan erstellt hat und hofft, einige der Teilnehmenden für den Vereinssport zu begeistern. Zwei Mitarbeitende des SC Hainberg, der Sport- und Fitnesskaufmann Lukas Lukas und ein Absolvent des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) sind dabei, wenn sich die jungen Menschen in der Funsporthalle des SCH auf den Zietenterrassen austoben oder HipHop, Breakdance und Graffiti-Sprühen lernen.

Sommercamp für ukrainische Jugendliche: Viele Angebote für die Freizeit

Die Geflüchteten spielen auch Minigolf. Die Göttinger Sport- und Freizeit GmbH (GoeSF) hat ihnen im Schwimmbad zudem freien Eintritt gewährt. Auch den Weender Trampolinpark World of Jumpers besuchen die Ukrainer. Das ermöglicht das gemeinnützige Unternehmen „Schenke ein Lächeln“ der Familie Röhrdanz aus Wolfsburg.

„Die Geflüchteten besichtigen zudem das Städtische Museum und das Forum Wissen“, sagt Willmann. Enden wird das Sommercamp mit einem Grillnachmittag, zu dem auch die Eltern kommen. „Die Kosten unter anderem für das Essen, den Transport der jungen Menschen sowie Aufwandentschädigungen belaufen sich auf insgesamt 5.000 Euro“, sagt Heike Javernik von der Kirchengemeinde Maria Frieden.

Die Katholiken teilen sich die Summe mit den beiden evangelischen Kirchengemeinden St. Martin und Stephanus sowie dem SC Hainberg. Etwas Geld wird der Ortsrat Geismar beisteuern.

In Geismar leben derzeit mehrere 100 Geflüchtete aus der Ukraine. In ganz Göttingen sind es nach Informationen der Stadt etwa 1.200 Menschen. (Michael Caspar, Thomas Kopietz)

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