Ein Monat früherer Jagdbeginn

Jagdzeiten und Afrikanische Schweinepest beschäftigen Jägerschaft Duderstadt

Ein Wildschwein steht auf einer Erdfläche und blickt an der Kamera vorbei.
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Die Afrikanische Schweinepest rückt immer näher. In Brandenburg ist sie bereits angekommen.

Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat neue Jagdzeiten bekanntgegeben. Deren Auswirkungen und die Schweinepest beeinflussen die Arbeit der Jägerschaft Duderstadt.

Göttingen – Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat neue Jagdzeiten bekanntgegeben, unter anderem für Rehwild. Welche Auswirkungen diese haben und wie es um einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) steht, erklärt Thomas Ehbrecht, Vorsitzender der Jägerschaft Duderstadt und Mitglied der CDU-Landtagsfraktion Niedersachsen.

Thomas Ehbrecht, Jägerschaft Duderstadt.
Was bedeutet die Anpassung der Jagdzeit für die Jäger?
Zum einen bedeutet es, dass die Jäger schon einen Monat früher mit der Jagd beginnen können, um die Abschusszahlen erfüllen zu können.
Zum anderen soll es auch dazu beitragen, dass die Wildtiere, die Schäden am Wald durch den Verbiss junger Pflanzen verursachen, ebenfalls früher reduziert werden können.
Ich selbst bin zwar kein Befürworter der Devise „Wald vor Wild“, verstehe aber natürlich die Sorgen und Nöte der Waldbesitzer in unserem Land.
Welche Ziele verfolgt die Anpassung?
Das Hauptziel soll hier sein, die Einstandsgebiete der Populationen besser anzupassen. Dies ist auch beim Flugwild wichtig, dessen Aktionsradius natürlich größer ist, als der des Wildes am Boden.
Die wirklichen Auswirkungen auf die Wildbestände werden sich aber erst ergeben, wenn die neuen Jagdzeiten in der Praxis Anwendung finden und sich daraus nach einigen Jagdjahren wieder genaue Daten ermitteln lassen.
Wie wird sich auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) vorbereitet?
Die Gesellschaftsjagden mit einer größeren Anzahl an Schützen, Treibern und Hundeführern ist auch in Pandemiezeiten unabdingbar, wenn man denn der Afrikanischen Schweinepest zuvorkommen will.
Aber es müssen auch für die technischen Hilfsmittel bei uns in Niedersachsen angepasst werden. Ich denke hier an die Nachtziel- oder Wärmebildtechnik.
Nicht zuletzt muss man bei der Bekämpfung der ASP auf die klassischen Methoden der großflächigen Umzäunung und den damit verbundenen Sperrbezirken zurückgreifen, in denen das Schwarzwild konsequent bejagt.
Wie hoch ist derzeit die Gefahr eines ASP-Ausbruchs in der Region?
Ich denke, Panikmache ist hier nicht angebracht, insofern, dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) jeden Tag um die Ecke kommen könnte.
Dass die ASP in Deutschland, zuerst in Brandenburg, angekommen ist, ist Fakt. Hier muss natürlich konsequent und lückenlos eine Überwachung und Lokalisierung stattfinden, damit sich diese Seuche nicht unerkannt ausbreiten kann.
Welche Maßnahmen wünschen die Jäger sich zur Bekämpfung der ASP?
Wichtig sind die richtigen Gesetzesgrundlagen. Auf kommunaler- und Landesebene sind wir hier gut vorbereitet.
Die Ministerien in den Bundesländern und die Jagdbehörden in den Landkreisen haben die Präventionspläne stehen und auch bereits geprobt.
Wir erwarten aber auch von der Bevölkerung die Akzeptanz unseres Auftrages, dass wir als Jäger auch verstärkt Abschüsse tätigen müssen. Nicht zuletzt müssen wir als Gesellschaft hierbei auch auf die Forschung setzen, dass ein Impfstoff gegen gefunden wird.
Welchen Einfluss hat die weiter herrschende Corona-Pandemie auf die Wildbestände?
Wir wissen, dass bei den Drückjagden auf Schwarzwild die Anforderungen durch die Pandemie sehr hoch waren und dadurch von vielen Jagdveranstaltern zurückhaltend durchgeführt wurden.
Aus diesen Gründen müssen alle Jäger in naher Zukunft dazu anhalten, verstärkt der Einzeljagd nachzugehen und dadurch die Schwarzwildpopulation unter Kontrolle zu halten.
Wie sich die Abschusszahlen pandemiebedingt verändert haben, kann erst am Ende des Jagdjahres überblickt werden, wenn sämtliche Abschusspläne ausgewertet worden sind. (Carolin Eberth)

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