Einblicke in das Kinderherz

Vorbereitung für die Untersuchung: Dr. Michael Steinmetz und Tanja Otto bereiten einen vierjährigen Jungen für die Diagnose im Echtzeit-Magnetresonanztomografen vor. Foto: UMG/nh

Göttingen. Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) braucht Hilfe: Für die Diagnose und Behandlung von herzkranken Kindern wird eine besondere Spule für einen Magnetresonanztomografen (MRT) benötigt. Dafür fehlt das Geld. Deshalb startet die UMG eine Spendenaktion.

45.000 Euro kostet die Baby-Spule nach Angaben der UMG. Sie soll eine Erweiterung der Diagnostik und Forschung im neuen MRT-Gebäude an der Ostseite des Klinikums ermöglichen: Bislang liefern die Super-MRT-Geräte, wie der zwei Millionen Euro teure „Skyra“, fantastische Echtzeit-Aufnahmen vom schlagenden Herzen. „Skyra“ kann Herzschläge in 30 Millisekunden aufnehmen und als Film wiedergeben.

Gleichzeitig verkürzt sich die Untersuchungszeit in dem MRT erheblich. Aber bisher nur für erwachsene Patienten. Bei Kindern müssen nach wie vor belastende Röntgenstrahlen, Narkosemittel und Eingriffe wie Gefäßpunktionen eingesetzt werden. Eine „Echtzeit-MRT-Untersuchung“ würde die Belastungen deutlich reduzieren. Weiterer Vorteil: Kinderherzchirurgische Operationen wären durch die präzise Diagnostik besser zu planen.

Von der Baby-Spule würden auch die Herzspezialisten der Uni-Kinderklinik als diagnostizierende und behandelnde Ärzte in einem Forschungsvorhaben profitieren.

Das bewegliche Gerät wird am Brustkorb des Kindes angelegt. Es kann die feinen Strukturen kindlicher Herzen in hoher Auflösung im Echtzeit-MRT darstellen. Getestet wurde das Verfahren in der UMG bereits mit einer geliehenen Spule – die Ergebnisse waren vielversprechend. Für die weiteren Forschungsarbeiten ist der Kauf aber unabdingbar.

Aber: Die UMG-Kinderherzklinik benötigt Spenden, um das Spezialgerät kaufen zu können. Prof. Dr. Thomas Paul, Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin der UMG, sagt: „Helfen Sie bitte mit, dass wir für unsere Kleinsten die modernsten Diagnostikverfahren einsetzen können! Jede Spende zählt.“

Das neue MRT-Echtzeit-Projekt ist im extra dafür geschaffenen Gebäude an der Ostseite des Klinikums untergebracht, das mehr als drei Millionen Euro gekostet hat, in Modulbauweise errichtet wurde und seit 2014 in Betrieb ist.

Das Echtzeit-Diagnostikverfahren wurde übrigens am Göttingen Campus, der Verbindung von Forschungseinrichtungen in Göttingen mitentwickelt: Federführend war das Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie mit Prof. Dr. Jens Frahm und an der UMG das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie mit dem Direktor: Prof. Dr. Joachim Lotz.

• Infos: www.kinderherzklinik.de/Grosses-Herz. Spendenkonto: Universitätsmedizin Göttingen; IBAN: DE98 2605 0001 0000 0014 20; BIC: NOLADE21GOE „Grosses Herz“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.