Besondere Gemeinschaft: Studentin und Rentnerin in WG

Ungewöhnliche Wohngemeinschaft: Nina Rotermund (rechts) ist Studentin. Für eine reduzierte Miete wohnt sie bei Ursula Schulze, hilft ihr dafür bei der Gartenarbeit und im Haushalt. Foto:  Bülau

Landkreis Göttingen. 2009 zog die 25-jährige Nina Rotermund für ihr Studium nach Göttingen. Inzwischen lebt sie mit einer Seniorin in einer WG.

Alleine in eine eigene Wohnung der Studentenstadt. Im vergangenen Jahr ging sie dann für ein Auslandssemester nach China. Dort wohnte sie gemeinsam mit einer Mitbewohnerin und als sie zurückkam, wollte sie nicht mehr alleine sein. Doch statt sich eine Studenten-WG zu suchen, bildet sie nun mit Ursula Schulze eine ungewöhnliche Wohngemeinschaft im Haus der Rentnerin.

Möglich gemacht hat das das Projekt „Wohnen für Hilfe“ - eine Kooperation der Freien Altenarbeit Göttingen mit dem Studentenwerk Göttingen. Die Idee: Ältere Menschen, Familien oder andere Interessierte bieten Studenten ein Zimmer an. Dazu wird dann ein normaler Mietvertrag zu einer vereinbarten reduzierten Miete geschlossen. Im Gegenzug leisten die Studenten vorher vereinbarte Hilfeleistungen für den Vermieter. Als Faustregel gilt dabei: Für einen Quadratmeter Wohnraum wird pro Monat eine Stunde gearbeitet. Pflegerische Tätigkeiten sind ausgeschlossen.

Und so kam auch Nina Rotermund Anfang April zu ihrem Zimmer im Haus von Ursula Schulze: „Ich habe von eine Freundin von dem Projekt erfahren. Danach ging alles ganz schnell. Wir haben uns einmal getroffen, ich habe mir das Zimmer angeguckt und wir haben uns kurz unterhalten. Ich bezahle so weniger und habe noch mehr Platz als vorher.“ Nach dem Treffen sei für beide direkt klar gewesen, dass es passt. „Wir waren uns auf den ersten Blick sympathisch“, erzählt die Studentin. Und Ursula Schulze ist nicht anspruchslos: „Ich habe Bedingungen gestellt: Es sollte auf jeden Fall eine Frau sein, nicht mehr ganz so jung, ehrlich, fröhlich, höflich und umgänglich. Nina erfüllt alle diese Bedingungen“, freut sich Schulze. Brigitte Tuntsch hat die Wohnpartnerschaft vermittelt. Sie ist als Wohnberaterin ehrenamtlich für das Projekt im Einsatz. Zusammen mit ihren beidem Kollegen Birgit Wallbaum und Uwe Harder stellt sie den Erstkontakt zwischen den Studenten und Vermietern her, sieht sich den Wohnraum an und begleitet das erste Treffen.

Bis zu 10 Kilometer sollten die Wohnungen für die Studenten maximal von Göttingen entfernt sein, sagt Tuntsch. „Für die Studenten muss eine Fahrradanbindung in die Stadt und zur Universität vorhanden sein.“ Nina Rotermund übernimmt bei Ursula Schulze die Gartenarbeit und hilft im Haushalt. „Ich lerne noch etwas dazu und es ist eine gute Ablenkung zum Studium“, sagt die 25-Jährige. Ursula Schulze freut sich dagegen über den frischen Wind.

Bisher haben die Wohnberater sieben Partnerschaften vermittelt. Und es gebe viele Anfragen von Studenten. Momentan leider mehr, als man zu vermittelnde Wohnungen zur Verfügung habe.

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