Fahrräder sollten nach Rumänien

Eine Ladefläche voller Diebesgut: Göttinger Gericht verurteilt 26-Jährigen

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Der Eingang zum Amtsgericht Göttingen: Der 26-jährige Angeklage legte ein umfassendes Geständnis ab.

Göttingen/Rosdorf – Ein 26-Jähriger wurde vom Amtsgericht Göttingen wegen Hehlerei zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten ohne Bewährung verurteilt. Der Mann sollte hochwertige Fahrräder nach Rumänien bringen.

Anfang Februar geriet der Fahrer eines Kleintransporters in Rosdorf in eine Fahrzeugkontrolle der Polizei. Als die Beamten die Ladefläche des Sprinters inspizierten, entdeckten sie insgesamt 16 Mountainbikes und Elektrofahrräder bekannter Hersteller. Die Markenfahrräder im Gesamtwert von rund 20 000 Euro waren in Bettlaken verpackt, manche in Einzelteilen zerlegt – und allesamt gestohlen. Den Ermittlungen der Polizei zufolge hatte der Fahrer die hochwertigen Räder nach Rumänien bringen wollen. Statt in Rumänien landete er jedoch in Untersuchungshaft und wurde jetzt verurteilt.

Dass der 26-Jährige ins Visier der Polizei geriet, lag daran, dass die Beamten bereits seit längerem gegen eine Diebesbande ermittelte, die eine Serie von Wohnungseinbrüchen begangen haben soll. Einer der Verdächtigen war ein Cousin des Angeklagten. Dieser muss sich ab der nächsten Woche gemeinsam mit drei weiteren Angeklagten vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Die Angeklagten sollen in wechselnden Besetzungen insgesamt 19 Diebstähle begangen und dabei Schmuck, Bargeld, Elektronik, Mobiltelefone und hochwertige Fahrräder im Wert von mehr als 60 000 Euro erbeutet haben.

Bei ihren Ermittlungen gegen die Diebesbande hatten die Fahnder auch Telefone abgehört. So bekamen die Beamten mit, dass der Cousin den 26-Jährigen nachts in die Tiefgarage eines Wohngebäudes in Göttingen bestellt hatte, um dort etwas abzuholen. Auf Videoaufnahmen konnten sie dann beobachten, wie dort die Fahrräder in den Kleintransporter verladen wurden. Der 26-Jährige habe auch beim Einladen geholfen, berichtete einer der Ermittler vor Gericht. Acht der insgesamt 16 mutmaßlich gestohlenen Fahrräder habe man dann auch konkreten Taten zuordnen können.

Der 26-Jährige, der bereits mehrfach wegen diverser Diebstahlsdelikte vorbestraft ist, legte vor dem Amtsgericht ein umfassendes Geständnis ab.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten ohne Bewährung gefordert hatte. Die Verteidigung hatte dagegen eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als einem Jahr beantragt, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte.

Richter Oliver Jitschin wollte dem Angeklagten allerdings keine Bewährung zugestehen: „Ich habe keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass Ihnen eine positive Sozialprognose zu stellen ist“, sagte er. Der Angeklagte habe keine Arbeit, keinen Job und keine Wohnung. Außerdem habe er sich auch durch frühere Bewährungsstrafen nicht davon abhalten lassen, neue Straftaten zu begehen.

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