Raumfahrtprojekt mit Göttinger Beteiligung

Ankunft 2025: Bei Mission zum Merkur sind Göttinger mit dabei

Da hebt sich ab: Am frühen Samstagmorgen hob vom Raumfahrtbahnhof Kourou die Ariane-Trägerrakete mit Merkur-Mission Bepi-Colombo und zwei Sonden an Bord ab. Die Reise dauert bis 2025. Foto: ESA/nh

Göttingen. Eine spektakuläre europäisch-japanische Weltraummission ist seit Samstag auf dem Weg zum Merkur. Beteiligt sind Göttinger Forscher. Ankunft am Merkur: 2025.

Es ist eine der beschwerlichsten Anreisen, die eine Planetenmission in unserem Sonnensystem je auf sich genommen hat: Seit Samstag, 3.45 Uhr mitteleuropäischer Zeit ist mit dem Abheben der Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch Guayana die Weltraum-Mission mit der Doppelsonde Bepi-Columbo auf dem Weg zum Merkur, der bislang nur zwei Mal Besuch von der Erde erhielt. Ankunft: 2025.

Japaner und Europäer kooperieren

BepiColombo ist ein Gemeinschaftsprojekt der Europäischen und der Japanischen Weltraumagenturen ESA und JAXA. Mit im Boot ist das Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) mit vier von 16 wissenschaftlichen Versuchen.

Zwei Sonden für einen Planeten: BepiColombo besteht aus zwei Sonden, die sich in der Umlaufbahn trennen werden. Grafik: ESA/nh 

BepiColombo besteht aus zwei Raumsonden, die aneinander gekoppelt reisen, den Planeten dann aber aus zwei unterschiedlichen Umlaufbahnen untersuchen werden: den Mercury Planetary Orbiter (MPO) hat die ESA gebaut, den MGeercury Magnetospheric Orbiter (MMO) die JAXA.

Gemeinsam sollen die Sonden ein neues Bild des Merkurs zeichnen – von seinem inneren Aufbau über seine Oberfläche bis in die dünne Atmosphäre und den Magnetfeldern, die ihn umgeben.

Zwillingssonde

Die Reise ist zeitaufwendig und kompliziert, auch, weil die Anziehungskräfte und Geschwindigkeit Probleme bereiten. So wird die Zwillingssonde zuerst die Sonne einmal umkreisen – in gebührendem Abstand versteht sich. Dann wird sie zurück zur Erde fliegen, unter anderem zwei Mal zur Venus und schließlich nach einer langen Anreise auch durch die Erdanziehungskraft so abgebremst zu werden, dass die Umlaufbahn des Merkur erwischt werden kann.

Gebirge auf Merkur

Fantastisch: Blick auf den Planeten Merkur, der nun zum Ziel der Raumfahrtmission BepiColombo geworden ist. Die Sonden sollen Merkur 2025 erreichen, ihn aber bereits vorher umkreisen. Foto: ESA/nh

Doch der Aufwand mit BepiColombo dürfte sich lohnen. Mit seinem riesigen Einschlagbecken, den bis zu drei Kilometer hohen Steilkanten, die wohl auf das Schrumpfen des Planeten zurückzuführen sind, und seinen vulkanisch entstandenen Gebieten ist der Merkur eine faszinierende Welt.

Den Wissenschaftlern geht es auch wieder darum, Erkenntnisse in die Enstehung des Merkur und – wie schon bei der spektakulären Rosetta-Mission – in die Enstehung des Sonnensystems zu erhalten.

In das Innere schauen

„BepiColombo soll uns helfen zu verstehen, wie sich der Merkur seit seiner Entstehung entwickelt hat – und warum diese Entwicklung so anders verlaufen ist als bei der Erde“, erklärt Ulrich Christensen, Direktor am MPS. Deshalb will man auch in das Innere schauen, die Zusammensetzung ermitteln.

Rätsel Magnetfeld

Ein Rätsel gibt das Magnetfeld des Merkurs auf. Das Magnetfeld der Erde entsteht in ihrem heißen, flüssigen Eisenkern. Merkur besitzt im Vergleich zu seinem geringen Durchmesser sogar einen besonders großen Eisenkern, aber dafür ein sehr schwaches Magnetfeld.

Entstehung der Kruste

Die Mission soll auch Antworten liefern über Zusammensetzung der Oberfläche mit Elementen wie Magnesium, Silizium und Eisen, die Entstehung der Kruste und der dünnen Atmosphäre. Bela wird mit MPO in einem Abstand zur Oberfläche zwischen 400 und 1500 Kilometern schwanken. Auch die zehn weiteren MPO-Instrumente werden aus dieser Entfernung einen guten Blick auf den Merkur genießen.

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