"Wie in einer Zeitmaschine"

Interview: Jupiter Jones über Hörspiele, Surfen und neue Songs

Jupiter Jones beim NDR-2-Soundcheck-Festival in der Lokhalle in Göttingen: Marco Hontheim, Sven Lauer, Andreas Becker und Sascha Eigner auf dem roten Teppich vor dem Abschlusskonzert. Am Samstag sind sie wieder vor Ort, beim Raab-Song-Contest. Foto: Kuhl
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Jupiter Jones beim NDR-2-Soundcheck-Festival in der Lokhalle in Göttingen: Marco Hontheim, Sven Lauer, Andreas Becker und Sascha Eigner auf dem roten Teppich vor dem Abschlusskonzert. Am Samstag sind sie wieder vor Ort, beim Raab-Song-Contest.

Göttingen. Sie wurden am vergangenen Samstag beim NDR-2-Soundcheckfestival in der Lokhalle gefeiert und werden am Samstag dort erneut bei Stefan Raabs Bundesvision Songcontest auf der Bühne stehen: Jupiter Jones.

Wir sprachen mit Sänger Sven Lauer und Gitarrist Sascha Eigner.

Verkürzt Ihr Euch die Zeit im Tour-Bus mit „Drei-Fragezeichen-Hörspielen“?

Sascha Eigner: Leider nicht. Wenn, dann bin ich ein Drei-Fragezeichen-Hörer im Auto. Kurz gesagt: Lange Autofahrten, keine Musik und die Drei-Fragezeichen. Im Bus sind bei mir eher Ausspannen und Schlafen angesagt. Zuhause höre ich sie nicht mehr.

Sven Lauer: Ich muss gestehen, ich höre fast jeden Abend zum Einschlafen Hörspiele. Es sind eher die alten Folgen mit der Originalmusik von „Die drei Fragezeichen“. Bei den Neuen sind auch mal gute dabei, aber die sprechen mich leider nicht mehr so an wie früher. Das hat wahrscheinlich viel mit Nostalgie und Kindheitserinnerungen zu tun. Mittlerweile bin ich Sherlock-Holmes-Fan und ziehe mir jede Folge rein.

Was sind Eure Lieblingsfolgen von den drei Fragezeichen?

Lauer: „Der seltsame Wecker“ und „Der Karpatenhund“.

Eigner: „Der tanzende Teufel“ und „Der unheimliche Drache“.

Ihr seid viel unterwegs. Habt Ihr schon etwas von Göttingen gesehen?

Eigner: Wir waren die meiste Zeit hier in der Lokhalle. Ich habe mit meinem Hund einen langen Spaziergang an einem Flüsschen (Redaktion: die Leine) entlang gemacht. Das war sehr schön. Wir haben früher auch zweimal im Nörgelbuff gespielt. Daran denke ich gern zurück, es waren schöne Konzerte.

Lauer: Ich habe noch nicht viel von Göttingen gesehen. Ehrlich gesagt bin ich bisher nur durchgefahren, aber das werden wir jetzt mal ändern.

Seit der Gründung war Nicholas Müller Texter und Sänger. Jetzt ist es Sven. Wie läuft’s?

Eigner (lacht): Dieser Typ ist ganz furchtbar. Nein, im Grunde läuft alles so, wie wir es uns vorgestellt haben. Als wir feststellten, die alten Songs funktionieren in der neuen Konstellation mit Sven, haben wir neue Songs gemacht. Bis das eine Einheit ergab, steckte viel Arbeit dahinter. Als Band haben wir langsam aber sicher neue Kreativität aufgetankt.

Lauer: Ich kann das nur bestätigen, wobei ich nicht den Erfahrungswert von Sascha habe.

Also von Null auf 100?

Lauer: Fast schon von Null auf 150. Darum geht es auch in unserem ersten gemeinsamen Song. „Plötzlich hält die Welt an“ handelt davon, dass man plötzlich vor eine neue Situation gestellt wird und sich im Leben von einem Tag auf den anderen alles verändern kann. So war das auch in meinem kleinen Leben. Ich freue mich sehr über die letzten vier Monate. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht kurz innehalte und denke: Zwickt mich mal einer! Das hier muss ein Traum sein.

Aber Du bist aufgewacht.

Lauer: Meistens ja.

Am 19. September erscheint Eure Single: „Plötzlich hält die Welt an“. Wie schnell dreht sich Eure Welt gerade?

Eigner: Wir haben fast Mitte September, mir kommt es so vor, als wenn dieses Jahr so schnell vorbei gegangen ist, obwohl es das arbeitsintensivste Jahr unserer Bandgeschichte mit dem Wechsel von Sven war. Es ist wie die Reise in einer Zeitmaschine.

Lauer: Zeitmaschine trifft es ganz gut, weil es viele neue Eindrücke

Hintergrund

Andreas Becker, Sascha Eigner, Marco Hontheim und Sven Lauer sind die vier Jungs aus der Eifel und die Band Jupiter Jones. Sänger Sven Lauer ist erst seit vier Monaten mit dabei. Er kam für Nikolas Müller, der ausgestiegen ist. Jupiter Jones ist nach dem Detektiv Justus Jonas aus der englischsprachigen Version der Buch- und Hörspielreihe „Die drei Fragezeichen“ benannt. Die Band wurde 2002 gegründet. Sie wurden mit dem Song „Still“ bekannt und erhielten dafür 2012 den Echo, einen der wichtigsten Musikpreise. (mtg)

sind. Viel Programm, große Festivals, Videodrehs, eine neue Nummer schreiben, Fotoshootings, immer unterwegs. Der Schlüssel dafür ist die Freundschaft. Sascha und ich kennen uns, seit wir drei Jahre alt waren, haben mit 14 unsere erste Band gegründet. Und auch, wenn der Anlass ein trauriger ist, durch den Ausstieg von Nicholas: Für Sascha und mich schließt sich ein Kreis. Wir dürfen wieder zusammen auf der Bühne stehen. Das empfinde ich als großes Geschenk und bin sehr dankbar dafür.

Am Samstag seid Ihr wieder in Göttingen und beim Bundesvision Songcontest dabei. Was bedeuten Euch Preise?

Eigner: Wir sind nicht auf der Jagd nach Preisen. Aber wenn man eine Goldene Schallplatte bekommt, ist man als kleine Eifel-Band, die im kleinsten Eifelkaff angefangen hat, Musik zu machen, doch stolz darauf. So war es auch beim „Echo“, das ist der wichtigste Musikpreis überhaupt. Nur ganz wenige Künstler haben die Ehre, sowas gewinnen zu können. Das Tolle an unserem Echo: Es war ein Voting-Echo, dabei ging es nicht um Verkaufszahlen.

Sven, du fährst bei Konzerten über die Welle der Begeisterung des Publikums mit einem Surfbrett. Ist das jetzt Deine Variante des Stage-Divings? 

Lauer: Ganz neu ist die Variante nicht. Vor zehn Jahren habe ich das mal gesehen und mir gedacht, das möchte ich ausprobieren, weil ich selber gerne Wellen reite. Jetzt ist das Publikum meine Welle. Und ich bin noch nicht, wie im Wasser, vom Brett gefallen.

Von Marie-Therese Gewert

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