Einfluss von Corona-Pandemie auf Oster-Feiertage

Ministerpräsident Weil: Corona-Tests nach Ostern als Weg zu normalem Leben

Porträtfoto eines Herren mittleren Alters in einem Anzug mit kurzen Haaren und randloser Brille.
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Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident.

Die Perspektive auf ein halbwegs normales Leben: Das könnte laut Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ein diszipliniertes Verhalten der Menschen im Oster-Stillstand ermöglichen.

Hannover – Die Disziplin der Menschen im kurzen, konsequenten Stillstand um die Osterfeiertage und eine danach anlaufende massive Teststrategie können nach Ansicht von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die Perspektive schaffen auf ein halbwegs normales Leben mit gezielten Freiheiten wie Kultur und Sportveranstaltungen sowie Gastronomie.

Es gehe darum, der dritten Welle mit dem Treiber englische Mutation, auf die in Niedersachsen aktuell 70 Prozent aller Covid-19-Erkrankungen entfallen, die Spitze zu nehmen.

Weil: Zentraler Schritt zu normalen Leben ist das Testen

„Halten Sie den Lockdown an Ostern ein“, appellierte Weil, der mit einem verpflichtenden Ruhetag für fast alle Arbeitnehmer an Gründonnerstag rechnet, – auch, wenn diese zu Hause arbeiten. Das Arbeitsleben werde an diesem Tag überwiegend stillstehen, auch Kindergärten blieben voraussichtlich geschlossen

Weil verteidigte zudem seine Kehrtwende weg von der Forderung nach einem „kontaktarmen Urlaub“ auch an Ostern hin zum Aufruf „Bleibt Ostern zu Hause“. „Es wäre vertretbar gewesen. Aber der neue Weg ist so aussichtsreich.“

Zentraler Schritt auf dem Weg zum normalen Leben, sei das massive Testen. Weil kündigte an, dass 40 Prozent der Niedersachsen nach Ostern zwei Mal wöchentlich getestet werden könnten. Diese Quote wäre erreicht, wenn Schulen, öffentliche Einrichtungen und viele Unternehmen dabei wären.

Wirtschaft reagiert schockiert auf die Corona-Beschlüsse

Man werde die Zeit jetzt nutzen, um ein tragfähiges Testsystem zu bauen. Noch mangelt es an Testkits, das soll sich ändern. 11 Millionen Tests seien vorhanden, es werde ständig nachbestellt, ergänzte Regierungssprecherin Anke Pörksen.

Für Kindergartenkinder sind noch keine Tests geplant, sagte Weil, der auch für die Bund-Länder-Konferenz am 12. April keine großen Lockerungen erwartet.

Schockiert reagiert die Wirtschaft auf die Beschlüsse: Sie seien „weitab von jeder betrieblichen Realität“, so Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer Niedersachsen-Metall.

Lokale Abweichungen von der Bundesregelung seien möglich, abhängig von regionalen Inzidenzwerten, so Weil.

Die Corona-Daten am Dienstag

In Niedersachsen haben viele Landkreise die 100er-Marke wieder überschritten. Dort muss laut Stephan Weil die Notbremse gezogen werden, bereits erfolgte Öffnungen mussten oder müssen zurückgenommen werden.

Im Kreis Göttingen sankt die Inzidenz von Montag auf Dienstag von 36,2 auf 35,6. Im Land lag sie bei 96,8. Das ZIel, bis Sommer alle Menschen in Niedersachsen zu impfen, die es wollen, sei realistisch, so Weil. Bislang gab es eine Million Impfungen.

(Thomas Kopietz)

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