System „Fluxx“

Waren selbst scannen im Tegut im Göttinger Carré

Selbst ist der Kunde beim Tegut im Göttinger Carré: Mit dem Scanner werden bei Fluxx die Produkte gescannt. IT-Chef Benjamin Beinroth aus Kassel (36) demonstriert das System. Foto: Paul

Göttingen. Einkaufen ohne an der Kasse anstehen zu müssen: Das kann man seit kurzem im Göttinger Tegut-Markt im Carré. Dort ist jetzt das System „Fluxx“ im Einsatz.

Kunden können mit kleinen Handgeräten ihren Einkauf selbstständig scannen und anschließend an speziellen Check-Out-Terminals mit der EC-Karte bezahlen. Es gibt eine wichtige Einschränkung: Eine Nutzung ist nur mit einer Kundenkarte, der „Guten Karte“ von Tegut, möglich.

Ein Vorteil des neuartigen Systems ist, dass man die Ware nicht mehr aufs Band legen muss, sondern sie gleich nach dem Bezahlen in die Einkaufstasche packen kann. „Wir wollen unseren Stammkunden diesen Vorteil bieten“, sagt Benjamin Beinroth, Leiter der IT von Tegut.

Seinen Kundenscanner erhält man am Eingang gleich nach dem Einbuchen. Während des Einkaufs werden die ausgewählten Artikel vom Kunden selbst registriert - der Barcode auf jedem Artikel macht es möglich. Das Gerät, das drahtlos mit dem Zentralrechner der Filiale verbunden ist, zeigt den Preis, die Anzahl der Waren sowie eventuelle Rabatte automatisch an.

Bei Jugendschutzartikeln, dazu zählen unter anderem Bier, Wein, Spirituosen und Zigaretten, muss ein Mitarbeiter das Alter des Fluxx-Kunden überprüfen. So wird verhindert, dass Jugendliche ohne Kontrolle beispielsweise an Schnaps kommen können.

Wer glaubt, dass er Artikel an der Kasse vorbei schmuggeln kann, der irrt. Bei bestimmten Kunden wird stichprobenartig eine Überprüfung gemacht. Das System legt automatisch fest, wer überprüft wird. Dabei haben die Experten von Tegut festgestellt, dass die Kunden sehr ehrlich sind.

Mit der neuen Technik will das Fuldaer Unternehmen auf keinen Fall Personal einsparen. Die Zahl der Beschäftigten blieb in der Filiale gleich. „Die Mitarbeiter sollen von den Aufgaben an der Kasse entlastet werden, um mehr im Markt präsent sein zu können“, so IT-Chef Beinroth. Die Lebensmittelkette will so ihre Kundenberatung ausbauen. Dennoch werden auch zukünftig genügend Kassen für eine minimale Wartezeit besetzt sein, verspricht Tegut.

Erstmals getestet wurde das neue Verfahren am Standort Fulda. Nun sind Göttingen sowie Gelnhausen-Roth und demnächst ein Standort in Kassel an der Reihe. Voraussichtlich bis Mitte kommenden Jahres läuft die Testphase. Dann soll entschieden werden, ob das System flächendeckend eingeführt wird.

Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass nicht nur jüngere Kunden den neuen Service zu schätzen wissen. Insbesondere ältere Kunden nutzen das Fluxx-System gern, weil sie in Ruhe ihre Einkäufe erledigen können und sich an der Kasse nicht so gehetzt fühlen. (bsc)

Hintergrund

Tegut: Über 290 Märkte zwischen Göttingen und Stuttgart

Die Lebensmittelkette Tegut betreibt über 290 Filialen in mehreren Bundesländern. Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Fulda in Osthessen.

Seit Januar 2013 gehört das Unternehmen der schweizerischen Genossenschaft Migros Zürich. Es gibt bei den Märkten unterschiedliche Größen: So gehören die vier Göttinger Märkte im Carré, im Kauf-Park, auf den Zietenterrassen sowie in Weende zu den größeren Filialen.

Das Unternehmen hat inzwischen auch das Konzept des Tante-Emma-Ladens mit dem „Lädchen für alles“ wieder aufgegriffen. Einen solchen kleinen Markt gibt es zum Beispiel in Schwiegershausen bei Osterode. Derzeit expandiert Tegut im süddeutschen Raum. So wurde kürzlich eine Filiale in Stuttgart eröffnet. Tegut hat 5200 Mitarbeiter in den Märkten, der Zentrale und der Logistik. (bsc)

www.tegut.com

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