Ehrenamtliche werden gesucht

Einrichtung des Kirchenkreises: Online-Chats mit der Göttinger Telefonseelsorge

Hoffen auf neue ehrenamtliche Mitarbeiter: Pastor Uwe Hobuß, Leiter der Telefonseelsorge Göttingen, und Koordinatorin Susanne Pfennig-Wiesenfeldt.
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Hoffen auf neue ehrenamtliche Mitarbeiter: Pastor Uwe Hobuß, Leiter der Telefonseelsorge Göttingen, und Koordinatorin Susanne Pfennig-Wiesenfeldt.

Die Göttinger Telefonseelsorge will ihr Angebot ausweiten. Dazu sucht die Einrichtung des Kirchenkreises Göttingen neue ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Göttingen – Ende des Jahres will die Einrichtung, die unter anderem für die Landkreise Göttingen und Northeim zuständig ist, in die Online-Beratung per Chat einsteigen. Damit sich die Göttinger Dienststelle dauerhaft an dem bundesweiten Angebot, das hier zu erreichen ist, beteiligen kann, werden mehr Ehrenamtliche benötigt. Insbesondere jüngere Ratsuchende, meist bis 40 Jahre, nutzen die Beratung im Internet.

Außerdem belastend: Bei etwa jedem zehnten Kontakt geht es um Suizid, bei den klassischen Telefonanrufen sind es etwa vier Prozent, also jeder 25. Kontakt.

Inhaltlich stehen bei der Telefonseelsorge in der Regel psychische und soziale Probleme sowie Schwierigkeiten in der Partnerschaft im Mittelpunkt. Bei zahlreichen Anrufen geht es auch um Corona, berichtet Pastor Uwe Hobuß, der Leiter der Göttinger Telefonseelsorge. Nach seinen Angaben geht es um die Themen Distanz, Nähe oder Arbeitslosigkeit. „Das Leben ist durch Corona für viele anstrengender geworden“, sagt Hobuß.

Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr über eine Gratis-Rufnummer zu erreichen. Damit dies gewährleistet ist, gibt es eine Kooperation mit den Einrichtungen in Braunschweig, Hannover, Wolfsburg und Soltau. Bei den Gesprächen mit den Anrufern gibt es keine Patentlösungen. „Stattdessen suchen wir mit den Anrufern nach vorhandenen Ressourcen“, so Hobuß, der zusammen mit Koordinatorin Susanne Pfennig-Wiesenfeldt für die Ausbildung neuer Ehrenamtlicher zuständig ist.

Bevor jemand erstmals am Telefon Gespräche entgegennimmt, vergeht fast ein Jahr. Jede Woche gibt es einen Ausbildungsabend. Außerdem kommen vier Blockseminare hinzu. „Die Ausbildung ist kostenfrei“, so Hobuß. Nach seinen Angaben nutzen viele das Jahr für die eigene Persönlichkeitsentwicklung. Demnächst soll wieder ein Kursus beginnen, um das Team der aktuell 64 Ehrenamtlichen zu verstärken.

Die Göttinger Telefonseelsorge wurde 1975 ins Leben gerufen – damals von einem eigenständigen Verein. 2017 ging die Einrichtung in die Trägerschaft des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen über.

Zuvor hatte die Hannoversche Landeskirche beschlossen, die Finanzierung dieser Einrichtungen zu übernehmen. Seitdem verfügt die Einrichtung über drei hauptamtliche Mitarbeiter mit halben Stellen. (Bernd Schlegel)

Kontakt: Telefonseelsorge Göttingen, Tel. 0800/111 0 111, E-Mail: tsgoettingen@t-online.de Weitere Infos gibt es hier.

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