Tätliche Auseinandersetzungen und Feuerwerkskörper

Einsätze von Polizei und Rettungsdienst: Erneut ausufernde Partys auf dem Göttinger Uni-Campus

Der Zentralcampus der Uni Göttingen Spätabends. Hunderte junger Menschen stehen dichtgedrängt auf dem Platz und feiern.
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Der Uni-Campus bei Nacht: Bei den Feierlichkeiten auf dem Zentralcampus halten sich nicht alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen an die geltenden Regeln.

Wie schon an den Wochenenden zuvor hat es Freitag- und Samstagnacht erneut eine größere Menschenansammlung auf dem Zentralcampus der Universität am Platz der Göttinger Sieben gegeben.

Göttingen - Zwischen der Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) und dem Zentralen Hörsaalgebäude (ZHG) trafen sich bis zu 1.200 junge Menschen gleichzeitig. Unter den Besuchern waren auch junge Erwachsene und Jugendliche aus anderen Landkreisen sowie aus Kassel, die zum Feiern mit dem Auto nach Göttingen kamen – teils mit großen mobilen Musikanlagen.

Samstagnacht um 1 Uhr herrschte eine friedliche Stimmung, viele Menschen tanzten zu der Musik, andere saßen auf den Stufen und unterhielten sich - auch Alkohol wurde getrunken. Flaschensammler freuten sich über die vielen Pfandflaschen und -dosen.

In einer Nachricht an die Feiernden schreibt Universitätspräsident Prof. Dr. Metin Tolan: „Als Universität möchten wir unseren Angehörigen und den Göttinger*innen nach den hinter uns liegenden Monaten stressfreie Zusammenkünfte im Freien ermöglichen. Allerdings sehen wir die Entwicklungen der letzten Tage mit großer Sorge.“

Laut Tolan gab es Freitagnacht erneut tätliche Auseinandersetzungen, Feuerwerkskörper wurden gezündet und die immer noch geltenden Abstandsregeln wurden missachtet.

Der Zentralcampus am Samstagmittag: Die Überreste der Feierlichkeiten vom Freitagabend sind noch deutlich erkennbar, trotz extra aufgestellter Müllcontainer.

Polizeieinsätze wegen Körperverletzung, Beleidigung und Streitigkeiten

Mehrfach musste die Polizei eingreifen. Laut Aussage des diensthabenden Abteilungsleiters Einsatz- und Streifendienst der Polizeiinspektion Göttingen am Sonntag - auf Nachfrage unserer Zeitung - gab es drei Delikte: Körperverletzung, Beleidigung sowie Streitigkeiten.

Gemessen an der großen Personenzahl, die sich auf dem Campus in der Nacht von Freitag auf Samstag aufhielt, sei die Zahl der Polizeieinsätze dort aber als eher gering zu bewerten.

Auch in der Nacht von Samstag auf Sonntag haben sich nach Polizeiangaben rund 1200 Leute auf dem Campus aufgehalten, Einsätze gab es jedoch keine.

Kreislaufprobleme und Schnittverletzung

Auch der Rettungsdienst musste gerufen werden, hier kam es nach Informationen der Einsatzleitstelle in der Nacht von Freitag auf Samstag zu vier Einsätzen auf dem Uni-Campus. In drei Fällen ging es um Kreislaufprobleme unter Alkohol, einmal war eine Schnittverletzung am Fuß der Grund für einen Einsatz.

Und trotz aufgestellter Müllcontainer und einer Toilettenanlage im ZHG, die während der gesamten Nacht genutzt werden kann, nahmen auch die Verunreinigungen auf und um den Platz dramatisch zu, so Tolan weiter.

Er richtete die Bitte an alle Feiernden, dass der Treffpunkt auf dem Campus in den kommenden Nächten als Ort erhalten bleibt, an dem fröhlich und laut, aber auch verantwortungsvoll und sicher gefeiert werden kann. Die Feiernden dürften ausgiebig auf dem Campus feiern, sollten aber übermäßigen Alkoholgenuss meiden.

Auch Musik sei kein Problem, nur große Anlagen seien unerwünscht. Und: Man solle sich an die Corona-Richtlinie des Landes halten, die besagt, dass sich draußen ohne Abstand und ohne Mund-Nasen-Bedeckung maximal fünfzig Personen treffen dürften. Dass dies jedoch bei der Menge an jungen Menschen nicht einzuhalten ist, ist klar.

Situation wird analysiert: Sperrung des Campus möglich

In der kommenden Woche, so der Universitätspräsident, werde die Situation analysiert und in Absprache mit Stadt und Polizei Maßnahmen ergriffen, um für eine nachhaltig sichere Atmosphäre auf dem Universitätscampus zu sorgen.

Tolan könne dabei nicht ausschließen, dass dies auch zu einer Sperrung des Platzes führen könnte, wenn sich die Situation nicht deutlich verbessert. Am Ende seiner Nachricht bat der Präsident darum, diese an möglichst viele Menschen über die Social-Media-Kanäle zu verbreiten.

(Stefan Rampfel/Melanie Zimmermann)

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