Auszeichnung für Göttinger Kulturschaffenden

Klaus Wettig bei PEN-International: Einsatz für Schriftsteller im Exil

Kämpferischer Einsatz für die Literatur: Klaus Wettig agierte engagiert bei einer Lesung des Göttinger Literaturherbstes 2013 mit Jakob Augstein (links) und Stephan Lohr (rechts) gegen  Störer im Deutschen Theater Göttingen.
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Kämpferischer Einsatz für die Literatur: Klaus Wettig 2013 beim Göttinger Literaturherbst mit Autor Jakob Augstein (links) und NDR-Kulturjournalist Stephan Lohr (rechts).

Der Göttinger Autor Klaus Wettig ist in die Mitgliederversammlung der Autorenvereinigung PEN International berufen worden. Er will sich für Autoren im Exil einsetzen.

Göttingen - „Ich fühle mich durch die Aufnahme geehrt, denn für diese Aufnahme kann man keinen Antrag stellen, man muss vorgeschlagen werden und es müssen Vertreter*innen diesen Vorschlag begründen“, sagte Klaus Wettig auf Anfrage unserer Zeitung.

Für den in Göttingen lebenden Wettig, der im August 2020 seinen 80. Geburtstag feierte und aus einer Arbeiterfamilie stammt, ergeben sich aus der Mitgliedschaft keine besonderen Aufgaben, er hat aber ein bestimmtes Arbeitsgebiet im Auge: „Ich hoffe, dass ich mich der Aufgabe ‘Writers in Exile‘ widmen kann.“ Diesbezüglich gäbe es immer wieder auch akute Fälle in Göttingen. „Seit einigen Jahren bemühe ich mich außerdem, die Erinnerung an exilierte Schriftsteller der Nazizeit zu erhalten. Das ist ein weites Feld, auf dem immer noch Entdeckungen zu machen sind.“

Der 1921 gegründete PEN-Club ist Dachverband für 144 Zentren in 102 Ländern und beratendes Mitglied der UNESCO. Er hat sich in seinem Kampf für Meinungsfreiheit und Publikationsfreiheit Ansehen erworben. „Auch in diesen Zeiten ist sein Eintreten für diese Rechte von großer Bedeutung, da die Zahl der Diktaturen und Autokratien nicht abgenommen hat.“ Für Klaus Wettig hat der PEN eine wichtige Bedeutung. „Es bleibt weiterhin wichtig, dass er seine Stimme für diese Grundfreiheiten erhebt.“

Klaus Wettig, der 1979 in das erste direkt gewählte Europäische Parlament für die SPD einzog und dort bis 1994 Mitglied war, hat sich als Autor, Geschäftsführer von Verlagen und ehrenamtlich Engagierter für Literatureinrichtungen verdient gemacht. Noch heute ist er Vorsitzender des Beirats im Göttinger Literaturherbst.

Stetig hat er Texte, Essays und Betrachtungen – meist politischer Natur – veröffentlicht, auch in angesehenen Magazinen und großen Tageszeitungen. Im Fokus dabei stand auch immer wieder „seine“ SPD. So bereiste er die wichtigen Orte der Sozialdemokratie und stellte diese vor, schilderte die 130-jährige Geschichte der SPD in Göttingen im Jahr 2003. Wettig machte sich zu seinem 80. Geburtstag quasi selbst ein Buchgeschenk mit eigenen Werken: „Soziale Demokratie und Geschichte – Reden und Aufsätze“, so der Titel des im Wallstein-Verlag erschienenen Buches, in dem er einen Bogen spannt von der Geschichte Göttinger (SPD-Häuser), die Bücherverbrennungen 1933, den Bundestagswahlkreis Göttingen bis hin zur jüngeren Geschichte Portugals, wo Klaus Wettig ebenfalls lebte und arbeitete.

Buchtipps: Klaus Wettig, „Soziale Demokratie und Geschichte – Reden und Aufsätze“, Wallstein-Verlag 2020, Göttingen, 26 Euro. Klaus Wettig: „Spurensuche und Fundstücke: Göttinger Geschichten“, Wallstein-Verlag 2007, 19,90 Euro.

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