Blasmusik geht nur online

Einzelunterricht ist in Göttinger Musikschulen möglich - Bläser und Sänger ausgenommen

+
Posaunen-Unterricht von zu Hause. Detlef Landeck mit Schüler Tom Wendler auf dem Bildschirm.

Göttingen – Dank Lockerungen der Corona-Regeln ist ab Montag wieder mehr möglich. So kann auch der Einzelunterricht in Musikschulen wieder aufgenommen werden.

Doch Lehrer, die wie Detlef Landeck Unterricht für Blasinstrumente erteilen, können ihre Unterrichtsräume noch nicht öffnen. Der Musiker wird seine Bläser weiter online unterrichten.

In Niedersachsen müssen laut Landeck Bläser und Sänger noch darauf warten, dass sie wieder zum Unterricht gehen dürfen. Der Jazzmusiker, Musikschullehrer und Bandleader wird deshalb – wie seit dem Lockdown – für die Bläser beim Online-Unterricht bleiben. Für Akkordeon kann er wieder Präsenzstunden geben.

Die Musikschulen hätten beim Lockdown im März den Anstoß zum Online-Unterricht gegeben, sagt Landeck als Lehrer des tiefen Blechs - in seinem Fall Posaune, Euphonium und Tuba –im Raum Göttingen und Kassel. Auf der Suche nach einer geeigneten Plattform habe er sich für Doozzoo entschieden. Mit Features wie einem Stimmgerät, Metronom, MP3-Player und guten Möglichkeiten für die Schülerverwaltung sei sie für den Musikunterricht gut geeignet. Möglich sei der Unterricht aber auch mit vielen anderen Portalen.

Wichtig sei, dass die technischen Voraussetzungen stimmen, kann Landeck nun aus Erfahrung sagen. Bis 16 Uhr, wenn viele im Internet seien, sei die Verbindung oft nicht so gut, danach würde es schlagartig besser. Schwierig seien manche Abläufe, wenn die Schüler ihr Handy oder iPad nutzten. Ein Nachteil der Online-Stunden sei, dass Lehrer und Schüler wegen der Latenzzeit nicht gemeinsam spielen könnten. Landeck umgeht dieses Problem, indem er seine Stimme vor dem Unterricht einspielt und dem Schüler per Player zu Verfügung stellt. Manchmal lege er dazu einen Groove darunter.

Die meisten Schüler nutzten das Online-Angebot. Nur wenige hätten entschieden zu warten, bis der Präsenzunterricht wieder aufgenommen werden könne.

Posaunist Tom Wendler kennt den Online-Unterricht sowohl als Schüler als auch von Lehrerseite. Er und Landeck vermissen vor allem das gemeinsame Musizieren. Denn sobald es ans Improvisieren geht, sei es nicht möglich, eine Stimme vorher aufzunehmen. Als Lehrer meint Wendler seinen Schülern im Präsenzunterricht besser helfen zu können. Oft gebe er dem Schüler den Takt vor. Über Whatsapp sei das nicht möglich. Mit wenigen Schülern lohne es sich nicht, in eine bessere Möglichkeit zu investieren.

„Ich mag den persönlichen Kontakt“, spricht Wendler seinem Lehrer aus der Seele und wünscht sich, dass der Live-Unterricht auch für Bläser bald wieder erlaubt wird. Auch Landeck freut sich auf Präsenzunterricht und hat sich schon eine Plexiglaswand als Spuckschutz extra dafür bestellt. Doch zum Beispiel, um Stunden nachzuholen, möchte der Mann, der viel unterwegs ist, die digitale Plattform auch weiterhin nutzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.