Eisschicht ist neun Zentimeter dick - trotzdem noch rote Fahne am Kiessee

Noch geht nichts: Am Göttinger Kiessee warnen rote Fahnen an den Masten vor dem Betreten der Eisfläche. Vielleicht kann das Eis am Wochenende freigegeben werden. Foto: Zander

Göttingen. Ein Spektakel könnte den Göttingern am Wochenende bevorstehen: Wenn die Eisschicht auf dem Kieessee weiter wächst, könnte die Fläche freigegeben werden.

Aber: Noch ist die Eisfläche des Sees nicht für Schlittschuhläufer und Spaziergänger freigegeben, an den Fahnenmasten hängen noch die roten Flaggen.

„Aktuell beträgt die Dicke der Eisschicht neun Zentimeter, aber wir geben den See erst ab zwölf Zentimetern frei“, erklärt Amray Habermann von der Göttinger Sport- und Freizeit GmbH. Momentan liegt eine Schneeschicht auf dem Eis, die isolierend wirkt und den Wachstum der Eisfläche etwas hemmt. „Sollte es aber weiterhin so kalt bleiben, bin ich optimistisch, dass die Eisfläche wächst“. Zum Wochenende könnten die zwölf Zentimeter erreicht sein. Eine genaue Prognose, wann die weiße Fahne wieder weht, wollte Habermann aber nicht abgeben.

DLRG warnt

Zugleich warnt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vor dem Betreten von Eisflächen in Niedersachsen. Das Eis sei noch viel zu dünn und trage überhaupt nicht. Erst ab einer Eisstärke von 15 Zentimetern (bei fließenden Gewässern 20 Zentimeter) erwägen Behörden, eine Fläche freizugeben.

Für den unverhofften Fall, dass man dennoch auf dem Eis einbricht, gibt Martin Witt, Leiter Einsatz vom DLRG Landesverband Niedersachsen, Verhaltenshinweise.

Was tun im Notfall

„Sprünge im Eis, Lufteinschlüsse oder Geräusche sind Anzeichen dafür, dass die Tragfähigkeit des Eises nachlässt. Dann sollte man sich flach auf das Eis legen und so das Eigengewicht auf eine möglichst große Fläche verteilen“, erklärt Witt.

Es sei ratsam, denselben Weg zum Ufer zu nehmen, den man gekommen ist – auch wenn ein anderes Ufer näher erscheint. „Der gekommene Weg hat aber gezeigt, dass er eine Tragfähigkeit besitzt“.

Sollte man trotzdem einbrechen, gilt: keinesfalls in der Nähe der Einbruchstelle aufstehen. „Bei einem Einbruch kann man sich bei stabiler Eisdecke seitlich flach auf das Eis schieben und vorsichtig zum Ufer rollen“, so Witt. Ist das Eis dünn genug, kann es mit Fäusten oder dem gesamten Oberkörper Stück für Stück Richtung Ufer aufgebrochen werden.

Retter holen

Als Zeuge eines Einbruchs rät Witt, unter der Notrufnummer 112 die Rettungskräfte zu alarmieren. Dazu ist es ratsam, Hilfsmittel vor Ort zu organisieren, wie Leitern, Bretter, Schlitten oder Leinen.

Selber das Eis betreten sollten Passanten „nur im äußersten Notfall – ein eingebrochener Retter wird schnell zum weiteren Unfallopfer“. Wer dennoch zum Helfen die Eisfläche betritt, sollte eine Unterlage (langes Brett, Leiter) verwenden, damit sich das Gewicht verteilt.

Unterkühlung droht

Es wird bauchwärts in Richtung Einbruchsstelle gerobbt, dann dem Eingebrochenen ein Seil oder ähnliches zuschieben. „Dabei kann es sein, dass das Opfer durch die Unterkühlung so erschöpft ist und den Gegenstand nicht mehr halten kann“, warnt Witt.

Weitere Infos im Internet unter www.dlrg.de.

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